Full text : Wirtschaft als Leben

Haushalten  und  Unternehmen,  II.

157

Gebiete  für  das  menschliche  Denken  fremd.  Unser  Handeln  ist  zwar
selber  durch  einen  Organismus  determiniert;  von  dem  weiß  jedoch
das  urwüchsige  Denken  blutwenig.  So  bleibt  es  dem  wissenschaftlichen ­
  Denken  Vorbehalten,  in  diese  Gebiete,  und  dann  gleichsam
erobernd  vorzudringen.
Zum  Vergleich  nun  etwas  Ähnliches  aus  der  Alltagswelt;  in  recht
unverhohlener  Absicht  ausgewählt.  Wenn  Sie  da  z.  B.  durch  ein
Schaufenster  blicken,  und  die  Leute  hinter  dem  Ladentisch  beobachten,
wie  sie  Dies  und  Jenes  tun,  bald  einen  Kunden  sehr  umständlich,
bald  einen  Reisenden  sehr  kurz  behandeln,  dann  wieder  die  Eintragung ­
  in  dicke  Bücher  machen,  eine  Sendung  empfangen,  Waren
e infächern  —  ein  Vielerlei  von  Geschehen  ergibt  sich  Ihnen  da,  das
grundsätzlich  schon  im  einzelnen,  sicher  jedoch  im  ganzen,  in  seiner
Gliederung,  für  Sie  verständlich  ist.  Gleichgültig,  wie  Sie  daraufhin
das  Begriffene  ausdrücken  wollen;  ob  Sie  von  „Geschäft“  reden,  oder
von  «Erwerb“,  oder  von  „Unternehmung“.  Jeder  von  uns,  soviel  ist
sicher,  weiß  sich  auf  dieses  bunte  Getriebe  sofort  einen  Reim  zu
machen.  Man  braucht  da  wahrlich  nicht  erst  auf  den  Nationalökonomen
zu  warten,  erfreut  sich  auch  so  schon  einer  Einsicht,  die  gleich  bis  in
den  Kern  der  Sache  vordringt.
So  auch,  wenn  Sie  etwa  in  eine  Wohnung  blicken,  und  auch  da
erum  das  vielfältigste  Gebaren  sehen.  Ein  und  aus  von  allerlei
und  en "  Aufstei S en  von  Rauch  au s  den  Kaminen,  Hantieren  mit  Besen
Un  Kochlöffel  usw.  Auch  da  wissen  Sie  natürlich  sofort,  wieviel  es,
ms  Ganze  beschaut,  geschlagen  hat;  so  ginge  es  eben  „bei  Schulzens“
er i  oder  im  „Müllerschen  Hauswesen“.  Der  Alltag  birgt  keinerlei
se  m  sich  1  Da  ist  uns  Alles  so  vertraut,  daß  wir  der  Voraus-V
  ZUn ^ en  g ar  nicht  mehr  gedenken,  auf  denen  unser  unbeirrtes
^  Geständnis  rt *Et.  Und  es  ist  doch  klar,  daß  uns  solche  Wissenschaft
von  Natur  aus  ist,  sondern  uns  durch  unser  eigenes  Handeln
bei  '  C * Urc * 1  unser  Leben  inmitten  solchen  Getriebes,  von  Kindesoen
  an.  In  dieser  Richtung  geht  daher  das  wissenschaftliche  Denken
erobernd  vor;  zunächst  ist  es  vielmehr  in  der  Lage  zu  erben.
,  * eses  Erbe  nun,  das  allem  Denken  über  die  Welt  des  Handelns
zu  t,  das  ist  die  Alltagskenntnis.  Ein  Wissen,  das  schon  in
aus Serer  Fähigkeit  zu  handeln  enthalten  ist,  und  uns  doch  wieder  nur
unseM) 11  IIandeln  selber  geworden  ist;  in  jenem  tieferen  Sinne,  wie
Es  r  en k £n  un< ä  unser  Handeln  überhaupt  aneinander  heranwachsen,
od  1C ^ t  a ' 3Gr  d * ese  Kenntnis  der  Alltäglichkeit  mit  keinerlei  Definitionen
2u  S aUSgearbeiteten  Theorien  vor;  höchstens,  daß  Einzelnes  aus  ihr
priichen  bündig  gefaßt  ist.  So  kommt  es  vor  allem  auf  das
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.