Haushalten und Unternehmen, II.
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schaft für sich, weil sich das nationalökonomische Denken als eine
echte Spielart besondert von jenem erfahrungswissenschaftlichen
Denken, das der Welt der Erlebungen ganz ebenso gerecht wird,
wie das naturwissenschaftliche Denken der Welt der Erscheinungen.
Sagen wir etwa, das nationalökonomische Denken erkennt sich selber
als die eine der Möglichkeiten, „aktionswissenschaftlich“ zu denken. Der
Name „Aktionswissenschaften“ wäre mir natürlich für jeden besseren feil.
Zu einer weiteren Teilung im Stoffe der Erfahrung kommt es
also nicht. Im entscheidenden, im grundsätzlichen Sinne ist demnach
die Sonderheit der Nationalökonomie keineswegs auf ein besonderes,
nur dieser Wissenschaft eigentümliches „Gebiet“ gegründet. Weder
ln jenem Sinne, an den uns im voraus, also zur großen Bequemlich
keit unseres Denkens, der vertraute Klang gewisser Worte glauben
macht; ich meine die liebgewohnten Schlüsselworte, wie etwa „Wirt
schaft“, „Staat“, „Gesellschaft“. Die Aussonderung tritt aber auch
nicht so in Kraft, daß der Nationalökonomie aus der Welt des
Handelns etwa das „Alltägliche“ Vorbehalten bliebe. Beachten Sie,
daß in diesem Zusammenhänge hier dieses Wort zwischen Gänse
füßchen hineingehört. Denn gewiß, man kann es sagen, es wende
sich die Nationalökonomie in der tatsächlichen Sachlage dem „All
täglichen“ zu> Aber damit stellt man sich bereits auf den Boden
eines Denkens minderer Strenge. Vor dem eindringlichen Blick
jener Ersten Probleme fänden eben Ausdrücke, wie „Alltägliches“
un d „Alltagswelt“ keine Gnade. Und so verrät es das Walten eines
i h° C ^ erten ^ en ^ ens un< ^ kennzeichnet die durchfahrige Art, in der
c zur engeren Sache reden muß, wenn ich von da ab die Wendung
v °n der „Erkenntnis des Alltäglichen“ buchstäblich nehme, und daher
zunächst in vollem Ernste vom Alltäglichen spreche.
II.
R dl eich der Wechsel zwischen
Alltäglich ist freilich vieles; z- • S obwohl auch er für
Tag und Nacht. Der kann mcht gC ^ e kommt unter den zahllosen
die Welt des Handelns zur Geltung
TN-.
»Deb
r- chehens Aber wie ist nun das All-
■.rerminanten“ des erlebten Gesc f scheint da zu drohen.
tägliche gemeint? Der Definition gan J ^ ^ d as alltägliche
Dennoch, sofern man nur darauf, h me hr als entbehrlich;
Handeln in Frage kommt, ist alle ^ Mtägliche nur als
sie wäre von Übel. Definieren konn alltäglich
die Art eines Geschehens. Wie aber zwischen dem,