Full text : Wirtschaft als Leben

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,Die  Herrschaft  des  Wortes“,

hinter  denen  die  Nationalökonomie  ihre  „Grundbegriffe“  sucht.  Über
der  Sorge  um  diese  „Grundbegriffe“  kommt  es  ja  dazu,  daß  sich  diese
Wissenschaft  auf  den  bezüglichen  Gebieten  in  einem  hartnäckigen
Wechselfieber  der  Definitionen  und  Theorien  schüttelt.  Wenn  Dies
auch  den  Kern  der  Wissenschaft  so  unberührt  läßt,  wie  es  einem
Außenstehenden  kaum  begreiflich  ist,  soll  es  denn  bloße  scholastische
Spiegelfechterei  sein?  Spielt  da  nicht  unverkennbar  das  Streben  mit,
den  Schnitt  zu  führen  zwischen  dem  nationalökonomischen  Denken
und  dem  alltäglichen?
Zum  Glück  ist  kein  Anlaß  da,  diese  verwickelten  Dinge  schon  in
diesem  Rahmen  aufzurühren.  Meine  Zweifel  brauche  ich  deswegen
doch  nicht  zu  verhehlen.  Es  scheint  mir  in  der  Tat,  daß  jenes  gültige
Streben  wirkungslos  verpuffen  muß,  solange  es  sich  nur  in  jenen
„wortgebundenen“  Problemen  entladet,  die  in  ihrer  kindlichsten  Gestalt
eins  sind  mit  Fragen  von  der  Art:  „Was  ist  die  Wirtschaft?“,  „Was
ist  der  Wert?“  usw.  —  den  ganzen  nationalökonomischen  Katechismus
herunter.  Wie  kann  man  mit  dem  alltäglichen  Denken  fertig  werden,
wenn  man  sich  in  den  gläubigen  Dienst  seiner  ureigensten  Sprößlinge
  stellt  1
Es  war  wohl  nötig,  den  Widerspruch  gegen  das  nationalökonomische ­
  Herkommen  zu  betonen;  das  ist  von  Beginn  an  geschehen,
und  hier  schimmern  auch  die  tieferen  Gründe  durch.  Der  Weg  aber,
den  ich  hier  einschlage,  ist  auf  den  Widerspruch  gegen  das  Herkommen
nicht  angewiesen.  Man  darf  geradeaus  für  das  gute  Recht  der  Probleme
eintreten,  die  sich  nur  vor  einem  selbstbesonnenen  Denken  aufrollen,
vor  einem  Denken  der  Einkehr.  Zu  ihnen  gehört  auch  unser  Problem,
wenn  ich  seinen  tieferen  Zusammenhängen  auch  nicht  gerecht  werde.
Aber  jenen  Vergleich,  der  uns  schon  vorher  geleitet  hat,  greife  ich
jetzt  etwas  sorgsamer  auf,  um  auf  diesem  Wege  zu  unserem  Probleme
zu  gelangen.

III.
Das  Naturgeschehen,  ein  Fallen,  ein  Stoßen,  das  ist  uns  ewiglich
fremd.  Wir  begreifen  es  wohl  aus  dem  Naturgesetz;  aber  was  ist  das
anderes  als  der  allgemeinste  Ausdruck  des  Geschehens  selber  1  Weil
Diesem  jener  Gehalt  fehlt,  der  in  allem  Handeln  lebt,  (mit  dem  Worte
„Zweck“  aber  nur  höchst  oberflächlich  anklingt),  deshalb  lösen  wir
beim  Naturgeschehen  das  Besondere  im  Allgemeinen  auf,  und  vom
Allgemeinen  her,  mit  dem  „Gesetz“  als  Obersatz,  erscheint  uns  das
            
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