Full text : Wirtschaft als Leben

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„Die  Herrschaft  des  Wortes“,

werden  gleich  mehrere  Streben  in  Wettbewerb  treten,  und  nicht  immer
bis  auf  ein  einziges  leer  ausgehen.  So  kommt  es  dazu,  daß  für  den
Teil  verschiedener  Streben,  die  einander  sonst  fremd  blieben,  das  erfüllende ­
  Handeln  nur  in  wechselseitiger  Bedingnis  vollzogen
wird.  Dieser  unpersönliche  Hergang  aber,  mit  dem  eine  Mehrheit  von
Handlungen  deshalb  in  seitlichen  Zusammenhang  gerät,  weil  unter  verschiedenen ­
  Streben  über  den  Vorzug  in  der  Erfüllung  entschieden
wird,  sei  Werten  genannt.  Beachten  Sie  gütigst,  in  welchem  Geiste
ich  dieses  Wort  zum  Namen  einer  Formel  mache.  Ich  will  damit  nicht
sagen,  daß  hier  ein  „Werten“  vorgenommen  wird;  von  dem
persönlichen  Gebaren,  das  hier  in  Wahrheit  dahintersteckt,  ist  bald  die
Rede.  Vielmehr  ist  die  Nennung  so  gemeint,  daß  hier  das  Werten
schlechthin  eintritt;  im  Sinne  einer  Spielart  des  Zusammenhangs
im  Handeln.  Wir  stellen  uns  bei  der  Fassung  aller  dieser  Formeln
gleichsam  über  die  Handelnden;  stellen  uns  also  theoretisch  aus  dem
Handeln  heraus,  um  es  nach  seinen  Zusammenhängen  geistig  zu  beherrschen. ­
  Wir  gebärden  uns  eben,  als  ob  wir  etwas  Vorgegebenes
durchordnen  wollten;  obwohl  wir  im  Grunde  nur  das,  was  unser
Handeln  „setzt“,  aus  dem  setzenden  Denken  in  verallgemeinernden
Schlüssen  ableiten.
Nun  darüber,  wie  die  Not  gebrochen  wird.  Da  alle  Erfüllung ­
  an  der  Erfüllbarkeit  des  Unerfüllten  nagt,  erhebt  sich  für  uns
der  Zwang,  unser  ganzes  Streben  erst  noch  erfüllbarer  zu
machen.  Ich  beziehe  mich  hier  sofort  auf  die  Gesamtheit  unserer
Streben.  Eigentlich  müßte  vorher  zur  Geltung  kommen,  daß  schon
jedes  einzelne  Streben  zu  einem  anderen  hinleiten  kann,  mit  dem  sich
das  erstere  erfüllbar  macht;  wenn  es  sich  z.  B.  darum  handelt,  eine
„Einschaltung  in  die  zwecksame  Verkettung“  erst  zu  ermöglichen,  ein
„Mittel“  verfügbar  zu  machen.  Für  den  Teil  des  einzelnen  Strebens
berührt  dies  noch  den  strebigen  Zusammenhang  selber;  es  ist  ein
Ineinander  von  Handlungen.  Der  Umschlag  zum  seitlichen  Zusammenhang ­
  erfolgt  nur  unter  Bezug  auf  die  Gesamtheit  der  Streben,
und  hängt  an  sehr  verwickelten  Bedingungen,  die  ich  hier  kurzweg  unterschiebe. ­
  Wenn  ich  es  flüchtig  und  vorgreifend  andeuten  soll,  wird
uns  ja  „Erwerben“  und  „Erwerb“  erst  dann  erfaßbar,  bildet  sich  erst
dann  die  „Unternehmung“  heraus  —  denn  hier  gehen  Denken
und  Handeln  stets  Arm  in  Arm  —  sobald  sich  zu  gleicher  Zeit
jener  höchst  verwickelte  Tatbestand  herausbildet,  über  den  wir  frischweg ­
  mit  dem  Worte  „Geld“  hinübersprechen.  Solchen  Einzelheiten
kann  ich  ja  nirgends  folgen,  muß  mich  an  der  Oberfläche  der  Fragen
halten,  um  nicht  in  der  Antwort  oberflächlich  zu  werden.
            
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