Full text: Wirtschaft als Leben

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,Die Herrschaft des Wortes“, 
VI. 
Das Verhältnis zwischen erlebtem Geschehen, Zustand und Ent 
wicklung kann auch anders vorliegen. Dann ordnet sich, und zwar 
ausdrücklich durch ein Denken in den Formen von Zustand und 
Entwicklung, das flutende Geschehen um uns in einer eigentümlichen 
Weise. Sie zur Not zu erklären, ist allein der Grund, weshalb ich 
überhaupt von diesen Denkformen spreche. Denn auf der anderen 
Seite sind die restlichen Formeln eben nur aus jener Weise abzu 
leiten, wie in das Handeln Ordnung kommt. Ich knüpfe da nochmals 
an das Naturgeschehen an; aber der Vergleich bedeutet hier schon 
mehr ein bloßes Gleichnis. 
Aus dem Rahmen der sinnlichen Welt tritt uns jeder Fluß 
so gedrungen als eine Einheit entgegen, daß wir mit einem richtigen 
Eigennamen von ihm Notiz nehmen: „Neckar“! Hinter dieser Einheit 
ist Naturgeschehen im Gange: das zu Tal Strömen des Wassers. 
Während die auslösende Bedingung des erlebten Geschehens als 
„Streben“ in ihm selber atmet, seinen Zusammenhalt uns unmittelbar 
empfinden läßt, müssen wir beim Naturgeschehen, sofern wir nicht 
einfach von „Energien“ reden, die auslösende Bedingung außerhalb 
des Geschehens hinzudenken: Als jene „Ursache“, die hier z. B. als 
die „Schwere“ des Wassers zum Ausdruck kommt; in jener naiven 
Wendung, die den Zusammenhang im Geschehen noch als eine Eigen 
schaft des betroffenen „Körpers“ stammelt. Die ganze Gestaltung des 
Bodens, der sich das Strömen anbequemt, das wären beim Handeln 
die Determinanten, das seitlich Bedingende. 
Es sind immer andere Wasser, die durchströmen. Aber weil das 
Geschehen der nämlichen Auslösung gehorcht, und weil mit der 
Gestalt des Bodens auch die seitlichen Bedingungen verharren, ist 
uns das Strömen in allen Einzelheiten eine Wiederkehr. Wir fußen 
auf dieser Wiederkehr, wenn wir vom „Lauf“ sprechen, seiner Ge 
schwindigkeit und seiner Richtung; oder von einer „Stauung“, einer 
„Schnelle“, einem „Wirbel“, einem „Fall“. Hier gerinnt jedesmal das 
Geschehen des Strömens zu einem Zustande. Es tritt freilich noch 
eine Mithilfe dazu, wovon ich später rede; darum ist es nur ein 
Gleichnis. 
Mit der Zeit nun würde das Strömen für unser rückschauendes 
Denken von etwas anderem begleitet. Wir sagen dann wohl, es ver 
rücke sich Ufer und Sohle; das Bett wird tiefer hier, dort wieder 
breiter; Fälle rücken stromaufwärts; der Fluß macht eine Schleife
	        
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