Full text: Wirtschaft als Leben

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,Die Herrschaft des Wortes“, 
liches ist; daß er unabhängig vom Worte, und auch unabhängig von 
allem Zusammenhang, den Rahmen unseres Bewußtseins ausfüllen kann, 
als ein bloßes Bild der Erinnerung. Denn gleichgültig, ob wir über 
haupt schon eine sinnliche Welt vor uns haben, und nach bloßen Er 
scheinungen in ihr zu sondern wissen, sehen wir eben den „Lauf“, 
wir sehen einen „Fall“. Und gleichgültig, in welcher versteckten Be 
ziehung dies alles zu unserem Denken stehen mag, es fällt auch der 
Fluß noch in den Spielraum unserer Anschauung. Freilich, jenes 
„höhere“ Geschehen, das über dem Strömen waltet, das sehen wir nur 
mehr „im Geiste“. Auch hier aber spricht die Anschauung das ent 
scheidende Wort. Denn nur so, wie vor unserem körperlichen Auge 
der „Fall“ sich dartut, sei es mit oder ohne Hilfe unseres Denkens, 
nur so „wandert“ er vor unserem geistigen Auge. In dieser schlichten, 
anschaulichen Weise grenzt sich aus dem Gewirre des Natur 
geschehens diese Einheit heraus. Was uns über jene zeitlich-räumliche 
Nachbarschaft von Geschehen und Sein belehrt, das spinnt hier den „roten 
Faden“; jenen Faden, der sich gleichsam durch ein Vielerlei von Zu 
ständen hindurchzieht, quer über den Zeitenlauf und ihm entlang, und 
daraus eine Einheit macht, etwas Zuständliches, das sich entwickelt. 
Soweit das Gleichnis. Die Beispiele für unsere jetzige Sache 
zähle ich bloß beim Namen her; es wäre viel zu umständlich, ja ohne 
lange Vorbereitung gar nicht möglich, auch nur eines richtig zu ent 
falten. Zur Sache spreche ich dann nur im allgemeinen, und darf es 
um so kürzer tun, da ja ihr Gleichnis im voraus erörtert ist und ihre 
Beispiele wenigstens genannt sind. In der Tat klingen lauter Inhalte 
an, in die eine Fülle von erlebtem Geschehen einge 
schöpft erscheint, spricht man in diesem Zusammenhänge hier 
von einem „Staate“, etwa vom „Deutschen Reiche“; oder von einer 
„Universität“, etwa der „Ruperto Carola“; oder auch von einem „Post 
amt“, einer „Unternehmung“, einem „Haushalt“; als Proben aus einer 
strotzenden Menge. Nur hängt es in keinem Falle an den Worten 
selber, die je nach Umständen auch etwas ganz anderes bedeuten 
könnten. Der Zusammenhang allein tut es, wie ja unser Denken immer 
zu der Sklave seines eigenen Verlaufes bleibt. 
Auch hier ersteht die Frage, ob nicht bloße Inbegriffe von 
erlebtem Geschehen vorliegen; seien es auch Inbegriffe in der Abart 
des Zustandes, ähnlich dem Inhalte „Steinzeit“. Es kommt hier also 
darauf an, ob unser Denken aus eigener Willkür ganze Massen 
von Geschehen mit einem Griffe umspannt. Allein, die besinnliche 
Auflösung jener Inhalte verneint dies! Auflösen, wohlge 
merkt, nicht definieren. Davon sei abgesehen, wie schwer es hielte, die an
	        
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