Full text: Wirtschaft als Leben

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„Die Herrschaft des Wortes“, 
diesen Naturgegenständen kommen wir erst im Walten generalisierender und 
isolierender Abstraktion zu den „Erscheinungen“. Das besagt eine Vorarbeit 
unseres Denkens, das nun erst eigentlich dem Naturgeschehen als dem 
Nacheinander und Nebeneinander der Erscheinungen gegen 
übersteht. Da kommt nun für unser zusammenhang-lüsternes Denken blut 
wenig heraus. (Denn von den „Organismen“ muß man hier, wo es auf die 
Leistungen des zerfallenden Denkens ankommt, billig absehen, weil wir das 
„Organische“ nur im verschämt - unzerfällenden Denken begreifen. Wir 
fingieren Zuständliche Gebilde, im Sinne von „Apparaten“, dem „Lebens 
zweck“ angepaßt; für den Teil ihrer inneren Bedingnis stehen wir mit der 
„Zelle“ genau vor den nämlichen Rätseln, wie vor dem harmloser gegebenen 
„Organismus“ selber; ein Kesseltreiben ohne Ende.) Im übrigen ist unserer 
Weisheit ganzer Schluß, daß wir vor Abfolgen hingelangen, die ihrer 
Verallgemeinerung standhalten. Wo uns eine Verflechtung 
dieser Abfolgen gegeben ist, denken wir sie zuständlich als „Stoff“. Der 
ganze „Chemismus“ ist ein System der Verflechtung von Abfolgen, der 
„Reaktionen“. Dort, wo eine Verflechtung von Abfolgen im Sinne der Aus 
strahlung vorliegt, erblicken wir die „Elemente“; überall dort, wo wir eine 
Verflechtung im Sinne der Überkreuzung zuständlich erfassen, die „Verbin 
dungen“. Würde es möglich, die „Stoffe“ alle in alle überführbar zu machen, 
so wäre nichts erreicht, als daß wir statt vieler Pole dann Einen Pol vor 
uns sähen. Vor dem Zuständlichen dieser verflochtenen Abfolgen, „Stoff“, 
stehen wir genau so klug wie vor der unverflochtenen Abfolge, die ebenfalls 
ihrer Verallgemeinerung standhält, dem „Gesetze“. Nur wird da nichts Zu- 
ständliches gedacht, sobald wir einmal die Naivität der „Eigenschaften“ über 
wunden haben; somit kommt hier das Naturgeschehen am reinsten zur Geltung. 
Immerhin steht auch vor dem „Gesetze“ unsere Erkenntnis so hilflos wie 
der einzelne Mensch vor seinem „Sckicksal“ — als das gemeint, was er in der 
Verflechtung des Handelns nicht voraussehen konnte. Unsere Erkenntnis 
antichambriert also, wo immer sie mit der Natur zu tun hat. Es handelt sich 
stets nur um die immer weiter gespannte Verallgemeinerung; jeder be 
liebige Handelnde kommt im Handeln selbst dazu, ein kleiner Newton zu 
sein. Auch die gereiften Schöpfungen des theoretischen Denkens, z. B. die 
„Molekulartheorie“ — die im Geiste wortseligen Denkens bekanntlich schon 
dort „entdeckt“ ist, wo jemand ein erstes Mal von „Unteilbarem“ gestottert 
hat — auch sie bringen nur heilsame Ordnung ins Erkannte, erbringen 
aber keinerlei Erkenntnis über jene „Grenzen“ hinaus. Was wir damit der 
Erscheinungswelt unterlegen, sind ja nur verständige Umdichtungen 
ihrer selbst. Verständig sind diese Ausmalungen übrigens nur den sinn 
lichen Erscheinungen gegenüber, nicht auch für die seelischen Erschei 
nungen, für die bloßen Empfindungen, die wir aus ihrer vorgegebenen
	        
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