Full text : Wirtschaft als Leben

ig6

,Die  Herrschaft  des  Wortes“,

gemeinsam  so  beziehen  könnten,  wie  etwa  die  „Geschichte“  und  das  „Menschheitsleben“ ­
  auf  die  „Welt  des  Handelns“.  Dieses  Dritte  ist  nun  im  wesentlichen ­
  Sinne  undenkbar.  Sobald  wir  denken,  ist  eben  entweder  die
„Natur“,  oder  die  „Welt  des  Handelns“  draußen!
Wenn  wir  von  dem  „Innern  der  Natur“  reden,  so  rühren  wir  damit  an
ein  „Drittes“,  das  der  Natur  nicht  anders  beigeseilbar  ist  als  der  Welt  des
Handelns.  Es  handelt  sich  um  jenes  Undenkbare,  das  gleichsam  noch
vor  dem  duldenden  Erlebnis  steht,  und  für  uns  eben  nur  in  der  unvollkommeneren ­
  Art  als  Natur,  oder  in  der  vollkommeneren  Art  als
Welt  des  Handelns  denkbar  wird.  So  könnte  man  es  wenigstens  ausdrücken.
  Jedenfalls  kommt  dieses  geheimnisvolle  „Dritte“  zu  dem  Namen
„Natur“  in  gleich  irriger  Weise  wie  die  „Welt  des  Handelns“  zu  dem  Namen
„Geschichte“.  Hier  fällt  auch  in  Betracht,  daß  uns  jene  unvollkommenere
Art  der  „Objektivierung“  unbegrenzt,  die  andere  begrenzt  möglich  ist.  Weil
es  sich  jedoch  um  einen  Wechsel  in  der  „Objektivierung“  handelt,  so  ist
mit  der  ersteren  Art  durchaus  nicht  jenes  „Weitere“  gegeben,  dessen  „Engeres“
mit  der  letzteren  Art  gegeben  wäre.  Man  kann  eben  nur  in  bildlicher
Annäherung  von  einem  „Einengen  in  rechte  Grenzen“  reden,  das  für  die
Welt  des  Handelns  gelten  würde.  Solche  bildliche  Annäherungen  liegen  mit
den  Ausdrücken  „Verlegung  unseres  Ichs“,  „Gehalt  des  Geschehens“  und
noch  mit  manchem  anderen  vor.  Das  Recht  darauf  liegt  ja  offen.
Man  sieht,  die  Welt  des  Handelns  kommt  beide  Male  um  ihren  Namen
zu  kurz;  gleichsam  nach  oben,  wie  nach  unten  hin.  Sie  aber  hat  eines
Namens  bedurft.  Jenes  geheimnisvolle  „Dritte“  nicht,  das  kann  uns  vollständig ­
  gleichgültig  bleiben,  am  meisten  noch  für  derlei  unmaßgebliche  Erkenntnistheorie, ­
  die  bloß  für  den  Hausgebrauch  einer  Wissenschaft
zugeschnitten  ist,  bei  der  Alles  darauf  ankommt,  nie  zu  vergessen,  daß  man
da  einer  Welt  verständlichsten  Geschehens  gegenübersteht!
Die  letzten  Verlängerungen  dieses  Leitgedankens  sind  da  schon  gar  nebensächlich. ­
  Meinetwegen  kann  man  in  jenem  geheimnisvollen  „Dritten“,  das
sich  uns  bald  als  Reich  der  Natur,  bald  als  Reich  der  Tat  offenbart,  das
„Reich  der  Mütter“  suchen.  Da  klänge  zwar  Mystik  an,  aber  endlich  einmal
dort,  wo  sie  hingehört.

VIII.
Wenn  unser  Denken  einmal  im  „Innen“,  und  dann  wieder  im
„Außen“  von  Zuständlichen  Gebilden  steht,  so  besagt  dies  eine
recht  harmlose  Geschichte.  Es  hängt  einfach  daran,  wieweit  wir  von
jener  Welt  schlechthin  Kenntnis  haben,  oder  diese  uns  fehlt.  Das
            
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