Full text: Wirtschaft als Leben

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Die Herrschaft des Wortes“, 
auch der Verstoß gegen sie ewig sein, im Anprall des Zeitlichen an das 
über alle Zeiten Erhabene. Und so bleibt ewig auch der Traum einer Ver 
geltung und des Vergelters, ewig die Hoffnung einer Aussöhnung; und dann 
natürlich so gedacht, daß sich das Zeitliche abstreift. Denn auch Traum 
und Hoffnung, wenn die ewige Liebe sie weckt, trachten selber nach „Ewigem“ 
empor. 
Das Interesse am Technischen prägt sich auch im kleinen aus. Der 
Besitz eines Fahrrades, um recht im Alltäglichen zu waten, kann in alle 
möglichen Zusammenhänge, und kann sehr zerrüttend eingegriffen haben; er 
kann in der Richtung von Gesundheit und Familienleben noch so chronisch 
alle Determination verschieben; aber wer damit zu tun bekommt, ist der 
Technik verfallen; oder hätte man einen Radfahrer schon von etwas anderem 
reden gehört, als von „Sattelkonstruktion“, „Übersetzung“ und ähnlichen 
Dingen überragender Bedeutung! Immerhin, der Grund dieses Interesses 
liegt als ein rühmlicher nahe. Da zittert in uns jener Kampf nach, der 
vom Wesen des Handelns ganz untrennbar ist; sonst könnte man weder von 
„Streben“, noch von „Erfolg“ sprechen. Es betrifft den Kampf gegen jene 
Widerstände, die uns im gewaltigen ein Sporn sind, deren Überwindung von 
uns angestaunt wird, als „Wunder der Technik“; die uns im kleineren so 
lästig fallen, als griffen wir beim Handeln in lauter Nadeln; bis sie uns im 
kleinsten, auch wenn es Widerstände nur mittelbar sind, oft bis zur Ver 
zweiflung bringen: die „Tücke des Objekts“, nach dem Ausdrucke eines 
hochadeligen Geistes, für dessen echtes Menschenfühlen selbst da noch Seele 
im Geschehen blieb. Ähnliches gilt übrigens, und mit einer Zartheit, die 
unserem Alltagsdenken längst verlustig gegangen ist, auch tausendfach von 
der Sprache. W i r führen den Kampf eben schon viel zu professionell. Wir 
arbeiten schon viel zu sehr, das naturwissenschaftliche Denken vor- und nach 
ahmend, mit nüchternen „Versuchsreihen“, die unsere Gegner im Kampfe 
entseelen. Der Duft ist ihm also genommen, aber desto stierer ist jenes 
Interesse geblieben. Und von daher unsere Affenliebe für alles Technische, 
die uns so leicht alles andere vergessen läßt! Kein Wunder, wenn die 
geschilderte Verlegenheit unseres Denkens sich gleich bis zur Verblüfftheit 
steigert. 
X. 
Dem Gefühle der Schwäche, das unser Denken so leicht vor den 
Zu stündlichen Gebilden anwandelt, entwachsen dann Vorurteile; 
schiefe Auffassungen von diesen Gebilden überhaupt, so „körperlich“ 
auch einzelne für unser lebendiges Denken bleiben. Entweder faßt
	        
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