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„Die Herrschaft des Wortes“,
solche „Psychologie“ auch für sie nicht zu spät; genau so wenig wie
für das Handeln. Es würde uns jene Wissenschaft die Abwandlungen
lehren, die wir bei der Verlegung unseres eigenen Ichs zu beachten
haben; für die wohlbekannte Gleichung, die uns das menschliche
Handeln aus dem eigenen aufschließt, wüßten wir die feineren Ein
sätze, die „persönlichen Koeffizienten“, besser zu beherrschen, als es
unsere einfache Lebenserfahrung uns zubringt.
Für Einheiten, gleich den Zuständlichen Gebilden, gilt es nur der
Tatsache nach, von den ursprünglichsten Einheiten aber im Grundsätze,
daß offenbar alles erlebte Geschehen ohne Rest auf diese Einheiten
verteilt ist. Neben dem zeitlichen und örtlichen fällt also dem
erlebten Geschehen stets auch ein persönlicher Weiser zu. In
verständiger Meinung ein Symbol des Sondertums; nicht, weil das
letztere etwa an der Person, der Individualität hinge; nur deshalb, weil
erst dieser dritte Weiser jene Eine Stelle in dem Einen Gewebe außer
Zweifel setzt, die über den ureigenen Gehalt des Geschehens ent
scheidet. Vor dem begrifflichen Denken über das Handeln verlöschen
alle drei Weiser. Etwas abgestufter gilt dies vom Denken in den
vielerwähnten zwei Formen. Am häufigsten verlöscht aber der
persönliche Weiser, soweit nicht das persönliche Leben selbst für
Zustand und Entwicklung die Grenzen zieht. Sonst erscheint im Denk
rahmen von Zustand und Entwicklung das Handeln stets ent
persönlicht. Im Zuständlichen Gebilde, das ja noch summarischer
eingreift, ist überhaupt nur solches, von der Person gelöstes Handeln
eingeschluckt. Natürlich nur vor unserem Denken; denn nur für unser
Denken machen die ursprünglichsten Einheiten den in sich ruhenden
Platz. Um nicht von einem „unpersönlichen“ Handeln zu sprechen,
das für unseren Geist innerhalb der Zuständlichen Gebilde wirbelt, sei
von einem unterpersönlichen gesprochen. Wenn man nach
der zugehörigen „Unterperson“ frägt: es ist Herr Jemand, der sich
meist in das Wörtchen „man“ verschlüpft. In einer anderen Hinsicht
wieder ist es „der Deutsche“, „der Franzose“, „der Russe“. Wieder
in einer anderen „der Arbeiter“, „der Kapitalist“ usf.
Nun zu jener anderen Umformung. Unserem Denken stellt sich
da ein Geschehen dar, das am Zuständlichen Gebilde sich verknotet,
das mit seinen Abschnitten, von Zusammenhang zu Zusammenhang,
dort also gleichsam seinen Ursprung nimmt. Ganz so, wie sich das
persönliche Handeln dem Ich entringt, heißt es z. B.: „Das Deutsche
Reich ist den Beschlüssen der Haager Konferenz beigetreten.“
sieht, es läßt sich hier ein Geschehen als vollzogen, als Tat, wenden,
es wird also fließend gedacht, wie das erlebte persönliche Handeln