Full text : Wirtschaft als Leben

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Die  Herrschaft  des  Wortes“,

nicht  ausführen  und  auch  in  der  Folge  nur  andeuten,  daß  uns  in
allen  diesen  Dingen  auch  nur  das  Wort  an  wesentliche  Unterschiede
glauben  macht,  und  wieder  nur  das  Wort  zu  grundsätzlichen  Auffassungen ­
  verleitet.
Wie  nun  dieses  eigentümliche  Geschehen  kein  erlebtes  ist,  so  wird
auch  um  seinetwillen  nie  und  nimmer  aus  dem  Zuständlichen  Gebilde
ein  Ich!  Solche  Zauberei  bringt  keine  und  noch  so  befugte  Umformung ­
  unseres  Denkens  zuwege;  um  etwas  anderes  aber  handelt  es  sich
tatsächlich  nicht.  Nur  die  Mystik  kann  jenen  Zauber  träumen.  Wohl
aber  bleibt  unser  Denken  auch  bei  dieser  Umformung  mit  dem  Erleben
in  Einklang.  Es  greift  nicht  einfach  mit  jener  kürzenden  Willkür  ein,
die  uns  z.  B.  von  dem  „Erwachen  der  Idee  des  Weltfriedens“  reden
läßt.  Das  Handeln  im  Bereiche  dieser  strömenden  Einheiten  stachelt
selber  dazu  an,  kraft  seiner  Zusammenhänge,  erlebtes  Geschehen  so
umzuformen.  Und  deshalb  ist  unser  Geist  abermals  im  guten  Recht,
wenn  er  noch  über  diesen  Anreiz  hinaus  Form  und  Farbe  in  die  Welt
der  Erlebungen  bringt.  So  stellt  sich  uns  auch  jenes  Geschehen  als
ein  Handeln  dar.  Nach  seinem  Bezug  auf  dieses  höhere  Handeln
erscheint  das  Zuständliche  Gebilde  als  eine  Abart  von  Person;  sagen
wir,  es  wird  zur  Oberperson.  Die  ist  für  das  geläuterte  Bewußtsein
mit  dem  Gebilde,  dem  „Staate“  z.  B.,  schlechthin  Eines.  Das  urwüchsige ­
  Denken  redet  etwas  markiger  vom  „perfiden  Albion“,  oder
vom  „unaussprechlichen  Türken“.  Wenn  hier  persönliches  Handeln
im  oberpersönlichen  aufgeht,  so  bildet  auch  dieses  wieder  eine
Einheit.  Sie  steht  schon  zwei  Schritte  vom  Erlebten  ab.  Allein
auch  dem  Geschehen  im  Verbände  dieser  Einheit  sind  Determinanten
ureigen.  Auch  die  Oberperson  verrät  Persönlichkeit;  man  kann
ruhig  von  Individualität  sprechen,  wenn  auch  das  Verhältnis  dann  noch
befremdlicher  wird.  Aber  es  hängt  ja,  wie  sofort  erwähnt  wird,  das
oberpersönliche  Handeln  an  dem  Gliederbau  des  Zuständlichen  Gebildes.
Das  letztere  ist  selbst  für  unser  verflachendes  Denken  um  so  eigenartiger
gegliedert,  je  umspannender  es  ist.  Ein  „Staat“  z.  B.,  der  entspricht
schon  einer  gehörigen  Spannweite,  die  übrigens  nicht  an  Köpfen  zu
zählen  und  nicht  an  Grenzen  zu  messen  ist.  Es  handelt  sich  um
gegliedertes  Geschehen,  und  daher  spricht  auch  der  Reichtum
der  Gliederung  mit.  Nicht  je  „größer“,  sondern  je  intensiver  diese
Gebilde  sind,  desto  eigenartiger  sind  sie.  Damit  sind  aber  für  das
oberpersönliche  Handeln  sofort  spezifische  Determinanten  gegeben-Dazu
  steuern  z.  B.  auch  die  Individualitäten  der  Personen  bei,  & e
gleichsam  als  Sachwalter  des  „höheren“  Handelns  erscheinen.  Auf  ß er
anderen  Seite  machen  sich  umgekehrt  wieder  die  Übereinstimmungen
            
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