Full text : Wirtschaft als Leben

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„Die  Herrschaft  des  Wortes“,

welche  Persönlichkeit  das  oberpersönliche  Handeln  seine  Direktion
erhält  Wo  aber  dieses  Plandeln  so  recht  verwächst  mit  dem  persönlichen ­
  eines  Einzelnen,  der  immer  weiß,  wohin  er  schieben  will,  und
nie  vergißt,  wohin  er  geschoben  wird,  der  seine  Tatkraft  mit  der  Oberperson ­
  multipliziert,  da  gestaltet  sich  im  wuchtigsten  Sinne  der  Held
heraus.  In  ihm  vermenschlicht  sich  die  Oberperson,  und  macht  ihn
zum  Übermenschen;  freilich  nicht  im  gewissen  Sinne  des  krankhaft
übersteigerten  Ichs,  nicht  im  Geiste  jener  Philosophie  der  wackelnden
Köpfe.
Übrigens  lassen  sich  die  Zuständlichen  Gebilde  danach  unterscheiden, ­
  in  welcher  Art  sie  als  Oberperson  gegliedert  sind,  und  ob
sie  es  zureichend  seien.  So  findet  das  Zuständliche  Gebilde  bald  mehr
im  tierischen,  bald  mehr  im  pflanzlichen  Organismus  sein
Gleichnis;  verstanden  natürlich  in  ihrer  deutlichsten  Ausprägung.  Von
ihnen  gilt  ja  dann  der  Unterschied,  daß  der  eine,  das  „Tier“,  den
äußeren  Bedingungen  seines  Fortbestandes  „aktiv“  entgegenkommt,  der
andere,  die  „Pflanze“,  sie  „passiv“  abwartet.  Halten  wir  nun  z.  B.
„Staat“  und  „Nation“  einander  gegenüber;  aber  weshalb  nicht  das
Nächste  für  uns  hier:  „Unternehmung“  und  „Haushaltung“!  Unter
dem  Zeichen  der  Pflanze  stehen  auch  zahllose  Gebilde,  in  denen  ein
höchst  feingeartetes  Geschehen  wirbelt,  dessen  Bedingnis  wie  aus
glitzernden  Fäden  gewoben  erscheint.  So  z.  B.  jede  „Wissenschaft“,
ihrer  Pflege  nach,  das  „Kunstleben  einer  Stadt“,  eine  „künstlerische
Schule“,  das  sind  in  ihrer  Art  Zuständliche  Gebilde.  Die  letzteren
gestaltet  eben  unser  Geist  mit  Fug  und  Recht  überall  dort,  wo  ein
lebendiger  Zusammenhalt  im  Geschehen  ist.
Hier  flechte  ich  eine  Abwehr  ein.  Meine  Darstellung  muß  überall
so  derb  allen  Feinheiten  durchgreifen,  daß  unwillkürlich  der  Schein
einer  hölzernen  Auffassung  entkeimen  muß;  einer  Auffassung,  die
einem  gröbsten  Überblick  zuliebe  aus  dem  Reiche  der  Tat  überall  den
Geist  austreibe!  Es  ist  nicht  zu  leugnen,  daß  ich  genau  vom  anderen
Ende  her  zufasse,  als  es  schöngeistiger  Mystik  anstünde.  Nur  schade,
daß  bei  der  letzteren  die  Worte  gar  so  leicht  mit  unserem  Denken
durchgehen.  Im  übrigen  ließe  sich  vieles  von  diesem  Standpunkte  aus
bequemer  und  gefälliger  erledigen.  Zur  Ergänzung  ist  Mystik  zweifellos
an  ihrem  Platz;  gerade  vor  der  Welt  des  Handelns,  die  ihrer  wissenschaftlichen ­
  Erledigung  die  allergrößten  Schwierigkeiten,  aber  nicht  das
allerkleinste  Rätsel  in  den  Weg  legt,  gerade  da  antwortet  es  der
menschlichen  Natur,  stets  ein  bißchen  was  hinein  zu  geheim  nissen.  Ich
glaube  aber,  daß  die  „Imponderabilien“  des  Geschehens  auch  bei
nüchterner  Auffassung  nicht  zu  kurz  kommen.  Einiges  ließ  sich
            
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