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p Die Herrschaft des Wortes“,
glieder einspielen. Von dieser Seite her gesehen, strömt eine in sich
ruhende Einheit des Handelns dahin. Von einem Gebilde aber ist
es nur der Schatten; sein Gliederbau kommt für die Umformung gar
nicht in Betracht. Ein Umstand, auf dem ich nicht verweilen kann,
weil ich beim Zuständlichen Gebilde selber von seinem Gliederbau ab
sah, und nur schlechthin, wie es für unsere Formeln in Betracht fällt,
von seiner Gliederung gesprochen habe. Allein, alle begleitenden
Umstände erinnern da an ein Zuständliches Gebilde. Jeglichem Ge
schehen geht hier der persönliche Weiser verloren; selbst der zeitliche
und örtliche Weiser stumpfen sich zu rohen Grenzen von Zustand und
Entwicklung ab. Im Grundsätze gilt Dies auch von der verschwindenden
Minderheit jener Handlungen, nach denen die berichtende Wissenschaft
Auslug hält. Nur in der Tatsache, beim auflösendenSchildern,
das aus diesem Grunde von Berichten durchsetzt ist, kommen jene
Handlungen zu Ehren; soweit sie in die Massen des „namenlosen“
Geschehens wuchtig eingreifen, Entwicklungen auslösen oder Zuständen
widerstreiten. Sie spielen hier nicht das Wenige, das uns den un
geheuren Rest entbehrlich machen soll und dessen Bericht die Stimme
führt; die Stimmführung bleibt hier der Schilderung Vorbehalten, und
das fließende Geschehen kommt ähnlich nur als Determination
des zuständlichen in Anschlag, wie dort das zuständliche als Determi
nation des fließenden Geschehens. Der Rollenwechsel, der hier eintritt,
läßt sich etwa an dem Gleichnis verdeutlichen, daß dort ein Porträt
mit landschaftlichem Hintergründe, hier die Landschaft mit Staffage
vorliegt. In der Tat, auch dem darstellenden Künstler ist hiermit eine
Wahl aufgezwungen, obgleich vom Boden der Anschauung aus der
Vorwurf da und dort der gleiche scheint; wenn eben nicht die An
schauung selber schon in der nämlichen Zwickmühle wäre, wie es, nur
deutlicher, vom Künstler giltl Weil nun die einzelne Forschungsleistung
nie die Einheit des „Bildes“ hat, so kann in ihrem Rahmen jener Rollen
wechsel mehrfach eintreten. Von einer solchen Forschungsleistung
wird man gar nicht sagen können, ob sie der berichtenden oder der
schildernden Wissenschaft angehört. Das wäre durchaus kein Fehler.
Denn nicht der Forschung sind hier starre Rubriken gezogen, sondern
dem Denken die Perspektiven seiner möglichen Entfaltung dargelegt I
Im Ganzen bleiben die zwei Wissenschaften, trotz beliebiger „Grenz
verletzungen“ , im unvereinbaren Nebeneinander stehen. Es hebt
dies ihre Eigenart ebensowenig auf, wie etwa das Schwarz und das
Weiß durch ihre Vermischbarkeit zu aller Art Grau aufgehoben würden.
Im Grundsätze jedoch, da tritt bei der schildernden Wissenschaft
Person und persönliches Leben ins Dunkel zurück. Wie die berichtende