Ausblicke, XII.
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gewachsen. Die letztere zu brechen, das hat eigentlich eine ganz
andere wissenschaftliche Tat besagt als jene. Gewiß war auch das
Einspinnen der Larve nötig; aber es ist ein bißchen zu gründlich ge
schehen. Mit diesem einen unter vielen notwendigen Schritten hätte
sich noch am allerletzten Autorität verbinden dürfen; die letztere war
vom Standpunkte der schildernden Wissenschaft eine schmerzlichst
verfrühte. Freilich, daran sind jene „Klassiker“ genau so unschuldig,
wie an ihrer Autorität selber, wenn sie aus dem Nachteil ihrer Wissen
schaft ihren Vorteil gedreht haben. Immerhin, man mag sie in wort
seligster Verzückung die „Klassiker“ nennen, ihrer Wissenschaft gegen
über erscheinen sie mehr als Klassikaner.
Wenn jener „Systematischen Nationalökonomie“ der Fortschritt
verwehrt ist, so spiegelt sich darin das untergeordnete Verhältnis, das
hier zur Wissenschaft des Menschheitslebens aus Gründen gilt, die
recht greifbar sind. Den nämlichen Wechselbezug der Gegenstände,
der in der „Systematischen Nationalökonomie“ ausgeschrotet erscheint,
ihn muß auch der Forscher in Tatsachen, der eigentliche
Pfleger der schildernden Wissenschaft, unausgesetzt im Auge behalten.
Anders wüßte er die All-Einheit des Geschehens auch nicht im
kleinsten zu erschließen. Alle Tatsachen blieben ihm sonst leere
Worte, hohle Ziffern. Sie als Tatsachen, mit denen Erlebtes verbucht
ist, zu verstehen, und jenen Wechselbezug, wie auch sonst die
Gemeine Erfahrung im Auge behalten, das ist untrennbar Eines.
So bewährt sich auch von dieser Seite her, daß nur ein bloßes
Ingrediens des lebendigen Wissensschatzes, nicht sein Destillat vor
hegt, wo immer derlei Systeme ausgebaut sind. Der bloßen Mittel
aber, die hiermit einheitlich ausgestaltet sind, bedarf die Forschung
als solcher. Aller Ausbau ist ihr nicht einfach gleichgültig, er darf
für sie gar nicht vorhanden sein. Wenn sich die Forschung zum
Schleppenträger dieser Systeme hergeben wollte, würden alle Vor
urteile sie vergiften, von denen sich jene Art Nachdichtung nie frei
halten kann. Wie der Dichter seiner Stimmung, ist der
Schöpfer eines solchen Systems seinen Anschauungen
ausgeliefert, an denen die Nachdichtung nichts ändert, weil sie
umgekehrt darnach ausfällt. Objektivität ist schon dem Forscher
schwer gemacht, der das Erlebte nachzuleben sucht; immerhin kann
er sich an den Tatsachen festhalten, im ehrlichen Streben, von seinen
Vorurteilen sich zu trennen. Dem Lehrbüchler, der in der Hauptsache
nach Innen greift, um das Außen nachzudichten, dem ist dieser Anhalt
versagt. Auch auf den Ergebnissen der Forschung wird ein Meltau
der Vorurteile haften; die Systeme aber sind notwendig in der Wolle