Full text : Wirtschaft als Leben

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Ausblicke,  XIII.

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gang  ein,  der  an  keiner  Stelle  an  der  Deutung  eines  Wortes  hangt;
somit  ist  aller  Wortstreit  im  Wesen  ausgeschlossen.  Die  Nennung  aber
genügt  offenkundig  dem  Sprachgefühle;  Namensstreit  wäre  da  vom
Zaune  gerissen.  Auf  solche  Art  erscheint  gerade  diese  uneigenthche
„Bestimmung“  als  eine  eindeutige,  eine  friedliche.  Eindeutig  kraft  der
Sache  selbst,  mit  der  alle  schillernden  „Bedeutungen“  ihres  Namens
gar  nichts  zu  tun  haben.  Friedlich,  weil  diese  „Bestimmung“  niemand
zuliebe  und  niemand  zuleide  erfolgt  ist;  ich  habe  sie  nirgendshin
polemisch  zu  vertreten;  weder  gegen  die  „Sprachbegriffe  des  Wirtschaftlichen“, ­
  noch  gegen  eine  jener  „Bestimmungen“.  Denn  ich
behaupte  nicht,  das  und  das  ist  das  „Wirtschaftliche“,  sondern  poche
einfach  darauf,  daß  sich  jene  ganz  bestimmte  Sache  das  „Wirtschaftliche
nennen  läßt;  genauer  gesagt,  daß  dahinzu  ein  Recht  vorliegt  vom
„Wirtschaftlichen“  zu  reden.  Hiermit  ist  die  Möglichkeit  geboten,
das  Verhältnis  des  „Wirtschaftlichen“  zur  schildernden  Wissenschaft
zu  erörtern.
Nun  könnte  jemand  sagen:  „das  ist  aber  gar  nicht  das  Wirtschaftbche,
  wie  es  hier  in  Betracht  käme;  denn  unter  dem  Wirtschaftlichen
versteht  —“  er  soll  lieber  nicht  ausreden.  Denn  er  widerlegt  nicht
mich,  nur  sich  selber,  wenn  er  den  Boden  verläßt,  von  dem  allein
e ine  Erwägung  möglich  ist,  wie  sie  vermutlich  auch  ihm  vorschwebt.
Seine  Ausführungen  würden  von  dort  ab  zu  einem  polemischen  Monolo
 g,  wie  ihn  jeder  nach  seiner  Art,  jeder  anders  halten  müßte.  Da
würde  in  lauter  fremden  Zungen  gesprochen,  wie  stets  beim  Wortstreite, ­
  an  dem  ja  nichts  verständlicher  ist  als  das  allgemeine  Mißverstehen. ­
  Allein,  der  Einwand  prallt  auch  ohne  Wortstreit  ab.  Wenn
ich  dabei  bleibe,  daß  es  hier  auf  dieses  „Wirtschaftliche“  ankomme,
dann  meine  ich  es  natürlich  nicht  unter  Bezug  auf  das  Wort.  Vom
Worte  her  gesehen  ist  meine  uneigentliche  „Bestimmung“  nicht  um
ein  Haar  besser  als  jede  beliebige  wortgläubige.  Ich  habe  ja  vorausgeschickt, ­
  daß  ich  im  Wettlauf  um  die  alleinseligmachende  Definition
nicht  mittue.  Denn  was  geht  uns  auch  hier  das  Wort  als  solches  anl
Schlimm  genug,  wenn  man  Worte  selber  als  Natur  behandelt,  das  will
sa gen,  ihren  Bezug  auf  unser  Denken  als  etwas  Vorgegebenes,  so
daß  immer  nur  die  worterklärende  Definition  ob  nun  „Nominaldefinition“ ­
  oder  „Realdefinition“  —  zu  besorgen  bleibt.  Aber  soll
auch  noch  der  Bezug  eines  Wortes  zu  einer  Wissenschaft  Natur
sei n,  etwas  starr  Vorgegebenes  I  Soll  man  von  vornherein  einen  Bezug
zwischen  dem  Worte  „Wirtschaftliches“  und  der  schildernden  Wissenschaft ­
  in  Demut  hinnehmen  I  Dann  allerdings  würde  das  Wort  als
solches,  mit  seiner  ganzen  Eigenheit  als  Element  der  Sprache,  ins
            
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