Full text : Wirtschaft als Leben

j  (g  »Die  Herrschaft  des  Wortes“,
Gewicht  fallen;  dann  wäre  es  Willkür  zu  sagen,  dieses  „Wirtschaftliche“ ­
  interessiert  uns  hier.  Aber  diese  ganze  leidige  Erörterung  wird
doch  aus  einem  klaren  Grunde  nötig:  In  jener  Wissenschaft  der
Nationalökonomie,  die  sich  in  der  schildernden  Wissenschaft  spiegeln
soll,  hat  das  Wort  „Wirtschaft“  die  Eigenschaft  eines  „Fachausdruckes“;
und  in  so  bedeutsamem  Sinne,  daß  es  als  Schlüsselwort  behandelt
wird.  Wäre  dem  nicht  so,  brauchte  ich  mich  mit  dem  „Wirtschaftlichen“ ­
  genau  so  wenig  herumzuschlagen  wie  etwa  mit  „Papagei“.
Das  ist  also  der  Anlaß  der  Erörterung.  Aber  selbst  jene  Rolle  des
Wortes  „Wirtschaft“  ist  nichts  Vorgegebenes;  es  muß  aus  unserer  Erörterung ­
  verständlich  werden,  weshalb  gerade  das  Wort  „Wirtschaft“
innerhalb  der  Nationalökonomie  zu  so  hohen  Ehren  gekommen  ist.
Diese  Erörterung  selber  jedoch,  die  kann  nur  damit  ihren  Ausgang
nehmen,  daß  man  eine  Sache  antrifft,  die  schon  für  ihren  eigenen
Teil,  die  also  sachlichen  Bezug  zur  schildernden  Wissenschaft  hat,
zur  anderen  Hand  aber  als  das  „Wirtschaftliche“  nennbar  erscheint.
Nur  dieser  Doppelumstand  erlaubt  es,  das  Verhältnis  zwischen  dem
„Wirtschaftlichen“  und  der  schildernden  Wissenschaft  zu  erörtern;  sonst
verbricht  man  jenen  Widersinn,  und  behandelt  den  Bezug  zwischen
der  letzteren  Wissenschaft  und  dem  Worte  „Wirtschaftliches“  als
Natur.  Nun  wird  erst  noch  der  Einwand  kommen:  Wer  weiß  denn,
wie  vielerlei  „Sachen“  es  gibt,  die  einerseits  mit  der  schildernden
Wissenschaft  zu  tun  haben,  andererseits  als  das  „Wirtschaftliche“  nennbar ­
  sind;  weshalb  nun  gerade  jenes  „Wirtschaftliche“  zum  Ausgang
wählen!  Den  Vordersatz  bestreite  ich  gar  nicht;  aber  deshalb  schießt
der  Nachsatz  vorbei.  Gewiß  kann  es  hunderttausend  „Sachen“  geben,
die  mit  der  schildernden  Wissenschaft  zu  tun  haben  und  sich  durchaus ­
  sprachrichtig  das  „Wirtschaftliche“  nennen  lassen.  Aber  man  sehe
sich  die  „Bestimmung“  an,  von  deren  Boden  aus  ich  erörtern  will,  ob
da  nicht  alles  Mögliche  Platz  fände  1  Auch  dieser  letzte  Einwand
verfängt  nicht.  Er  führt  nur  ungewollt  darauf,  wie  höchst  verschwommen ­
  man  das  „Wirtschaftliche“  auffassen  muß,  ehe  man
seinen  Bezug  auf  die  schildernde  Wissenschaft  ernst  nehmen  kann.
Alle  schärfere  „Bestimmung“  wäre  sofort  Willkür  und  mit  ihr  der
Boden  verlassen,  von  dem  aus  eine  Diskussion  möglich  ist.  Solcher
schärferen  „Bestimmungen“  würde  jeder  seine  eigene  bereithalten.
Sieht  er  nun  Diese  in  bezug  zur  schildernden  Wissenschaft,  dann  hat
er  von  seinem  Standpunkte  aus  recht;  jedoch  nicht  mehr,  als  es  von
dem  anderen  Standpunkte  aus  wieder  der  andere  „hat“.  In  solcher
Art  ist  eben  aller  Wortstreit  bloße  Rechthaberei.  Aber  dort  liegt
unmöglich  das  Richtige,  wo  jeder  in  ganz  anderer  Weise,  aus  ganz
            
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