Full text: Wirtschaft als Leben

Ausblicke, XIV. 
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nicht alle Forschung, die im Geiste der schildernden Wissenschaft 
möglich wird, schon durch ihren gesunden Instinkt vor unnötigen 
Gewalttaten am Erlebten bewahrt bliebe. 
Es klingt erfreulicherweise nach einer Binsenwahrheit, zu sagen, 
daß man das „Wirtschaftliche“ nicht erledigen kann, ohne das „Gesell 
schaftliche“ mit in Rücksicht zu ziehen, und umgekehrt. Immerhin 
ist da ein richtiger Gedanke in einer Form ausgesprochen, die jener 
Scheidung zu viel Ehre antut. Dem Worte ist zwar in seiner Sache 
abgesagt; was hat es noch viel Sinn, „Gebiete“ ernstlich getrennt zu 
halten, die sich in ernster Forschungsarbeit doch nicht getrennt er 
ledigen lassen 1 Man sieht übrigens, daß mir hier die Ausflüge in der 
Richtung „Kunstgeschichte“ usw. als Rückendeckung frommen; dort 
war zu sehen, wie scheinbar ähnliche Dinge doch im Wesen anders 
hegen können; wie also Schlüsselwort und Schlüsselwort sehr zweierlei 
sein kann, obgleich sie alle zusammen einwörtlich anklingen, „Kunst , 
„Recht“ nicht anders als „Wirtschaft“ und „Gesellschaft“. Was nun 
jene Absage an unsere Scheidung anlangt, so ist sie immer noch in 
einer Form ausgesprochen, die gleichsam die Hypnose des Wortes 
verrät. Selbst jene milde Form, die nur eine „gesellschaftliche“ und 
eine „wirtschaftliche Seite“ des Erlebten retten will, wird dem gewalt 
tätigen Worte noch ebenso gerecht wie der vergewaltigten Sache. 
Nicht etwa, daß die „wirtschaftlichen“ und die „gesellschaftlichen“ 
Zusammenhänge viel zu dicht miteinander verflochten wären, um bald 
die einen vor den anderen, dann wieder diese vor jenen hervortreten 
zu lassen: Das Handeln wird einfach in ungespaltenen Zu 
sammenhängen erlebt, und es besagt schon eine Willkür unseres 
Denkens, von den notbedungenen die machtbedingenden, und beide 
von den strebigen Zusammenhängen zu trennen. Daran habe ich 
früher schon gestreift; hier sei mir erlaubt, meiner engeren Sache 
beizuspringen. 
Nicht ihr roher Durchgriff kommt hier ins schiefe Licht; sondern 
der Umstand, daß selbst die schärfste Erledigung ihres Problems zu 
einem willkürlichen Eingriff ins Erlebte führt. Aber man lasse eben 
den berechtigten Anlaß dazu gelten. Es erheischt da eine Vorarbeit, 
u m lebendigen Zusammenhang besser, gültiger, mit geläutertem Blick 
zu erschließen. Will man dem zusammenhängend Erlebten nachgehen, 
Zusammenhänge also erschließen, die von ihrer Seite her so uferlos 
viftl«. 
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e geartet und dabei von so äußerster Verflechtung sind, dann muß 
unser 
senken in harmloser Bewegung gewachsen ist, ist es nicht mehr in 
rück- oder vorschauender Wendung gegen sich selber gewachsen; oder 
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