Full text: Wirtschaft als Leben

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,Die Grenzen der Geschichte“, 
aber zum entscheidenden Schlag muß die Kritik von einer anderen 
Richtung her ausholen. Ich muß versuchen, jener „Lösung“, die so 
innig mit allen unseren Anschauungen verwachsen ist, den guten 
Glauben abwendig zu machen. Im Widerspruch zu ihr soll 
es glaubhaft werden, daß die metahistorischen Ergebnisse 
schon ihrer eigenen Natur nach gar nicht die Be 
deutung haben, unser Problem zu lösen. 
Der erste Schritt, den ich in dieser Hinsicht tue, kommt noch der 
dialektischen Kritik zugute. In ihrem Kerne stand rlie Scheidung 
zwischen dem bloß historisch und dem bloß naturwissen 
schaftlich Erfaßbaren. Diese Scheidung ist bisher nur so weit 
verfolgt worden, als noch ein gewisser Parallelismus zwischen dem 
Geschiedenen besteht. Weiter hinaus trifft dies aber nicht mehr zu. 
Das Vernunftwesen der Geschichte und das vernünftige Geschehen 
finden noch ein richtiges Gegenstück in dem, was vom naturwissen 
schaftlichen Standpunkte aus erfaßlich ist. Aber nicht mehr für 
die Geschichte selber, und so auch nicht für die 
Grenzen der Geschichte läßt sich ein naturwissen 
schaftliches Gegenstück anerkennen. Dies will ich im 
folgenden klarstellen, um einen doppelten Erfolg zu erzielen. Zur 
einen Hand bekundet sich der sachliche Ernst der Scheidung, von der 
aus jener Gedankengang widerlegt wurde. Dadurch gewinnt die 
Widerlegung nachträglich an überzeugender Kraft. Zur anderen Hand 
aber kommt es zu einer reinlichen Sonderung dort, wo die „Lösung“ 
die Dinge sachwidrig vermengt. 
IX. 
Die Geschichte, als Gesamtheit des historischen Geschehens, 
stellt eine reale Einheit vor. Durch die nämlichen logischen 
Zusammenhänge, die das Spezifische des historischen Geschehens sind, 
durch die Art, wie dieses Geschehen kraft vernünftiger Erwägung in 
sich und über sich hinaus verflochten und allen seinen Bedingungen 
verwachsen ist, ist da alles mit allem in so grundwesentlichem und für 
uns verständlichem Sinne verknüpft, daß man von jenem Allzu 
sammenhang des Erlebten sprechen darf, den die Historie auf 
zudecken sucht. Sie verfolgt den roten Faden, der dieses lebendige 
Gewebe vielverschlungen durchzieht. Nun ist es zwar in der Vor 
stellung möglich, daß man dieser Gesamtheit des historischen Ge 
schehens eine andere Gesamtheit, jene der Lebensäuße-
	        
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