Anhang, XVIII.
415
schehen Platz greifen, dann ist metahistorische Erkenntnis
am Werke. Dann erst weben sich die abstrakten Beziehungen, die
in der Konstruktion der „Epochen“ und „Stammbäume“ zu ihrer ein
heitlichen Ausgestaltung gelangen. Die Forschungsergebnisse dieser
Provenienz arbeiten an der Schichtung, an der zeithaften Ord
nung der räumlichen Dinge. Ihre wissenschaftliche Bedeutung in dieser
Hinsicht ist im voraus außer Kritik gestellt worden. Augenblicklich
aber handelt es sich um ihre Eigenschaft als Aufschlüsse über
die Vergangenheit. Ich vermeide es mit Absicht, sie in dieser
Hinsicht als „hypothetische“ zu bezeichnen. Hypothetisch sind
in höherem oder geringerem auch alle historischen Ergebnisse.
Sie alle sind nur Annäherungen an das absolut Gewisse; aber
in welchem Grade immer sie es wären, sie sind doch echte An
näherungen, und es hängt nur an der Sorgfalt und an dem Glück der
Forschung, sie als Annäherungen bis ins ungemessene zu steigern.
Gerade dies aber ist bei den metahistorischen Ergebnissen im Wesen
ausgeschlossen. Als Aufschlüsse über die Vergangenheit
sind die metahistorischen Ergebnisse von Haus aus
weder wahr noch falsch. Sorgfalt und Glück der Forschung
sind diesem Verhältnisse gegenüber ohnmächtig; sie kommen
etwas ganz anderem zugutel
XVIII.
Für den ersten Blick ist diese Anschauung gewiß sonderbar; noch
sonderbarer, daß den metahistorischen Ergebnissen jene Zwitterna ur
sogar im Wesen liegen soll. Aber dies alles läßt sich noc vo
anderen Seite her beleuchten, und dann wird im weiteren e
auch der ganze Zusammenhang der Verhältnisse durchsic lg
es schon im Vortrage gezeigt und seither schon einem an
Gedankengang eingeflochten wurde, ruht die ganze
historische Erkenntnis auf Analogieschlüssen. Wo es
sich nicht um ein Geschehen handelt, das uns vom 0 en e
gesetze aus erfaßlich ist, da bleibt eben gleichsam vom Geschehen nur
soviel Spur zurück, um den Analogieschluß vom Geschehenden aufs
Geschehene ziehen zu können. Auch in jenem günstigeren a , ei
der historischen Erkenntnis, kann das Erschließen a o er ac ic ,
bald gewissenhaft vorgenommen werden; aber je gültiger es erfolgt,
desto näher rückt eben das Erschlossene an das absolut Gewisse heran.
Immer befugter sind wir zur Behauptung, daß es so und nicht anders