Full text : Wirtschaft als Leben

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,Zur  sozialwissenschaftlichen  Begriffsbildung“,

seite“  gelegenen  —  Streifen  minderen  Ackerlandes  schließt;  dann  ein
ringförmiger  Streifen  Waldboden,  bis  endlich,  um  die  Spitze  herum,
ein  Bereich  von  Ödland  den  Mittelraum  ausfüllt.  Nun  begreifen  wir
es  zweifellos  aus  „naturgesetzlichen“  Beziehungen,  weshalb  es
unter  den  gegebenen  Verhältnissen  zu  dieser  Anordnung  kommen
muß.  Auch  ist  es  klar,  daß  uns  diese  agronomische  Einheit  nicht
bloß  geometrisch,  als  System  konzentrischer  Ringe,  nahe  gelegt  wird,
sondern  auch  dadurch,  daß  alle  diese  spezifischen  Böden  einheitlich
aus  der  Kegelform  der  Bergoberfläche  heraus  bedungen  sind.  Wir
sind  also  imstande,  die  eine  Strukturauffassung  aus  der  anderen  „kausal“
abzuleiten.  Weil  aber  das  Kollektivum  selber  schließlich  doch  als  ein
räumliches  erfaßt  ist,  so  hat  dies  alles  nur  die  Bedeutung  einer
kausalen  Interpretation  der  Zusammenfassung.  Diese
Zusammenfassung  selber  jedoch  geht  den  Weg,  der  für  das  idiographische
  Denken  in  unserem  Beispiele  der  charakteristische  ist,  denn
sie  erfolgt  auf  räumliche  Beziehungen  hin,  die  von  den  räumlichen ­
  Zusammenhängen  abgehoben  sind.
So  gilt  es  auch  für  den  Teil  jener  „naturgesetzlichen“  Beziehungen,
daß  sich  das  idiographische  Denken  die  Ergebnisse  des  nomothetischen
nutzbar  macht.  Und  so  ist  ihm  gerade  auch  der  Kollektivbegriff,
der  zur  Zusammenfassung  anleitet,  bloß  ein  Mittel  zum  Zweck.
Es  handelt  sich  weder  um  eine  bloße  „Unterordnung“  unter  den
Kollektivbegriff  „Kegel“,  noch  um  eine  bloße  „Exemplifizierung“  desselben ­
  durch  unseren  Berg.  Das  idiographische  Denken  erstrebt  ausdrücklich ­
  den  Einschluß  des  Konkretums  in  den  räumlichen  Allzusammenhang, ­
  oder  sagen  wir,  seine  Auflösung  in  dem  letzteren.
Wir  suchen  uns  bei  der  Strukturbestimmung  klar  zu  werden,
wie  hier  ein  Konkretum  dadurch  vorliegt,  daß  sich  auf  der  Grundlage ­
  des  räumlichen  Zusammenhängens  ein  Kollektivum ­
  erfassen  läßt.  Das  Ergebnis  der  Strukturbestimmung
gipfelt  also  in  einem  Teilaufschluß  über  die  Struktur  des
räumlichen  Allzusammenhanges.  So  ist  mit  der  bloßen
Strukturbestimmung  offenbar  nur  etwas  geleistet,  das  noch  über  sich
hinausweist  1
Die  Formel  für  die  abschließende  Arbeit,  soweit  sie  für  ein
einzelnes  Konkretum  zu  leisten  wäre,  ist  uns  bekannt;  es  gilt,
Struktur  und  Konstellation  aufeinander  zu  beziehen.
Wir  wissen  aber  jetzt,  was  eine  Strukturbestimmung  immer  noch  von
einer  Konstellationsbestimmung  getrennt  hält  und  es  also  verhindert,
beide  so  in  eins  zu  ziehen,  wie  dies  mit  den  früher  erwähnten  Lagebestimmungen ­
  ohne  weiteres  möglich  war.  Im  Gegensatz  zur  Struktur-
            
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