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,Zur sozialwissenschaftlicben Begriffsbildung“,
dort nach hier schon der entscheidende Umschwung eingetreten! Im
ersteren Urteile ist der Höhenzug A rein nur als eine Richtlinie auf
gefaßt, in deren Verlängerung unser Berg nicht anders liegt, als etwa
ein Abgrund, oder eine Ortschaft, oder was immer liegen könnte.
Soweit ist es eitel Konstellation. Dagegen könnte der Abgrund
oder die Ortschaft niemals als ein „Ausläufer“ des Höhenzuges erfaßt
werden. Darin verrät es sich, daß bei der zweiten Aussage schon die
Struktur entscheidend mitspricht! Dann ist der Höhenzug schon
als ein System von Hängen, Steigungen, Spitzen und Sätteln gedacht,
die sich in kleinerem Kreise je als „Höhe“ oder „Berg“ zur Einheit
ausgleichen. Und diesem umfassenderen System ist nun unser
Konkretum ausdrücklich wieder als ein System von Hängen ein
geordnet. Als „Ausläufer“ ist daher unser Berg offenbar schon als
System im System erfaßt, freilich im allerprimitivsten Sinne. Ihn als
einen „isolierten Ausläufer des Höhenzuges A“ zu kennzeichnen, ist
weder arthafte, noch Lagenbestimmung, weder Struktur- noch Kon
stellationsbestimmung, es ist bereits eine Fortbildung und Syn
these von allen vier Bestimmungsweisen!
Aussagen dieser Art, die unverkennbar schon etwas Ab
schließendes an sich tragen, liegen auch dann vor, wenn man
unseren Berg als „Krönung des Plateaus von Dingskirchen“
kennzeichnet oder von dem „Hauptstock des Y-Gebirges“ spricht; es
wird auch dann jedesmal ein System einem höheren System so ein
geordnet, daß man zugleich über den Modus der Einordnung im
klaren ist. Diesen Aussagen unterliegt klar ersichtlich eine dritte
Form des Allgemeinen. Da handelt es sich nicht schlechthin
um die Verwechselbarkeit unbestimmt vieler Einzelnen, wie beim
Generell-Allgemeinen; auch nicht um die Verwechselbarkeit un
bestimmt vieler Vielheiten, nach ihrer Relation auf die umschlossenen
Einzelnen, wie beim Kollektiv-Allgemeinen. Dieses dritte Allgemeine
liegt vielmehr damit vor, daß eine unbestimmte Vielzahl von Ein
zelnen untereinander verwechselbar ist, und zwar gemäß der
Relation dieser Einzelnen auf die umschließenden
Vielheiten. Das Gemeinsame, das allein von diesen Einzelnen
gedanklich abgehoben erscheint, ist ihre Eigenschaft als Glieder
höherer Einheiten: „Ausläufer“! Diese ihre Gliedeigenschaft begreift
einerseits den Dienst in sich, den diese Einzelnen als Glieder im
Gefüge der höheren Einheiten leisten; auf der anderen Seite aber die
Abhängigkeit vom Ganzen, die sich mit dem Begriff eines bloßen
Teiles stets verknüpft. Jenen Dienst und diese Abhängigkeit faßt nun am
besten der Ausdruck „Funktion“ in ein einziges Wort. Verwechselbar