Full text : Wirtschaft als Leben

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,Zur  sozialwissenschaftlichen  Begriffsbildung“,

ergeben,  obwohl  wir  schlecht  und  recht  seine  Struktur  in  Anschlag
brachten:  die  Art  einfach,  wie  sich  dieses  Konkretum  nach  der  Anweisung ­
  eines  Kollektivbegriffes  als  System  erfassen  läßt  So  gewinnt
es  den  Anschein,  als  ob  der  Sonderbau  eines  Dinges  eine  Modalität
wäre,  die  unabhängig  und  außerhalb  seiner  Individualität  zu  Recht
bestünde.  In  diesem  Falle  hätte  auch  der  Inhalt  des  Individualbegriffes
mit  dem  Inhalte  der  ihm  untergeordneten  Begriffe  gar  nichts  zu  tun.
Dies  widerstrebt  aber  dem  unmittelbarsten  Gefühle.  Es  ist  bezeichnend, ­
  daß  der  Allzusammenhang,  gleichwie  er  sich  nicht  individualisieren ­
  läßt,  auch  weder  Sonderstellung  noch  Sonderbau
besitzen  kann.  In  der  Tat,  diese  beiden  können  unmöglich  außerhalb
der  Individualität  stehen.  Es  liegt  vielmehr  nahe,  daß  erst  in  Sonderbau
und  Sonderstellung  zum  Ausdruck  kommt,  wie  Eigenart  und  Eigenlage
restlos  in  der  Individualität  aufgehen.  So  drängt  alles  zu  der  Einsicht,
daß  unsere  Formel  —  Struktur  und  Konstellation  zu  verschmelzen  —
bloß  die  elementare  Bildung  des  Individualbegriffes  ins  Auge  faßt.
Nun  aber  wird  uns  erst  noch  der  Sinn  der  logischen  Ausgestaltung ­
  dieses  Begriffes  völlig  absehbar.  Ein  erster  Schritt,
wie  früher  erwähnt,  ist  schon  damit  getan,  daß  man  den  Gesamtcharakter ­
  herauszuarbeiten  sucht.  Dem  unterliegt  eigentlich  schon  die
Formel,  Struktur  und  Sonderstellung  aufeinander  zu  beziehen;
denn  mit  der  Sonderstellung  wird  das  in  seinem  Gefüge  unwiederholbare ­
  Ganze  aller  Konstellationen  gemeint,  die  überhaupt  für  die
Individuation  belangvoll  sind.  Dieser  erste  Schritt  vollzieht  sich  aber
so,  daß  man  die  Individuation  ganz  systematisch  mit  der  Explikation
von  immer  anderen  Systemen  verflicht.  Der  letzte  Schritt,  der  hier
möglich  ist,  schließt  in  sich,  daß  man  auch  die  Explikation  des
zu  Individualisierenden  selber  in  die  Individuation
einbezieht.  Es  soll  also  auch  jenes  idiographische  Denken  im
Individualbegriff  ausmünden,  das  sich  in  sein  eigenes  Substrat  versenkt.
Dies  ist  offenbar  nur  nach  der  Formel  möglich:  Sonderbau  und
Sonderstellung  aufeinander  zu  beziehenl  Man  sucht  es
gegeneinander  zu  gedanklichem  Ausgleich  zu  bringen,  wie  sich  das
Individuum  einerseits  in  unwiederholbarer  Art  aus  Individuen  a  u  f  b  a  u  t,
wie  es  andererseits  in  unwiederholbarer  Art  zu  den  sonstigen  Individuen
Stellung  nimmt.  Dann  sind  alle  unwiederholbaren  Beziehungen,
die  das  Individuum  in  sich  hinein  verwebt  und  aus  sich  heraus  spinnt,
zu  begrifflicher  Synthese  gekommen.  Der  Individualbegrifl,
der  über  dem  Trachten  nach  dem  Gesamtcharakter  im  extensiven
Sinne  ausgebaut  wird,  wird  es  hier  nun  überdies  im  intensiven.
            
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