Full text : Wirtschaft als Leben

Bik  686

Der  Stoff  der  Sozialwissenschaft,  II.

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nichts  hinauszuheben,  was  nur  überhaupt  als  Erscheinung  ein  anschauliches ­
  Element  unseres  Denkens  ist.

An  die  Wurzel  dieser  Einsicht  hat  schon  die  frühere  Erörterung

gestreift,  bei  dem  Verhältnis  der  drei  Aussagen  zueinander.  Die
physiologische  Aussage  B,  nimmt  man  sie  als  Erfahrungsurteil,  läßt
sich  ohne  weiteres  verifizieren,  das  heißt,  in  einer  auch  für  jeden
Dritten  überzeugenden  Weise  als  gültig  demonstrieren.  Nichts  bedarf
es  dazu,  als  eines  sorgsamen  Registrierens  der  Sinnesdaten,  unter
Achthaben  auf  alle  Fehlerquellen.  Die  psychologische  Aussage  C,  um
als  Erfahrungsurteil  zu  gelten,  muß  vom  Leser  selbst  vollzogen  werden.
Eine  Verifikation,  wie  bei  B,  ist  dann  absolut  ausgeschlossen.  Das
Einzige  ist  möglich,  daß  man  C  in  die  generelle  Form  umsetzt.
»Beim  Lesen  wird  die  Wahrnehmung  der  Wortbilder  von  einem  Vorstellungsverlauf ­
  begleitet“.  Dann  ist  jedermann  in  der  Lage,  für
seinen  Teil  zu  erproben,  ob  sich  sein  eigenes  Erlebnis,  als  Leser,  in
dieser  Weise  kategorial  formen  läßt,  ob  er  also  das  gleiche  mit  gutem
Gewissen  auszusagen  vermag.  Jede  weitere  Verifikation  ist  unmöglich.
Es  handelt  sich  hier  natürlich  um  den  konkreten  Inhalt  jener  konkreten ­
  Aussage,  also  um  eine  Tatsache,  und  nicht  um  eine  generelle
Feststellung,  nicht  um  einen  Erfahrungssatz,  dem  man  durch  psychophysische ­
  Versuchsreihen  selbstverständlich  leicht  beikommt.  So  läßt
sich  etwa  die  „Ermüdung“  an  Versuchsreihen  studieren;  die  erhaltenen
Erfahrungssätze  sind  dann  ohne  weiteres  an  der  Hand  anderer  Versuchsreihen ­
  „verifizierbar“.
Es  treten  also  den  Aussagen,  die  schlechthin  und  daher  auch  im
speziellen  Sinne  verifizierbar  sind,  die  Aussagen  gegenüber,  die  nur
generell  verifizierbar  sind.  So  harmlos  der  Gegensatz  klingen  mag,
wenn  er  auf  diesen  logischen  Ausdruck  gebracht  wird,  so  ist  es
doch  nur  dieses  logische  Verhältnis,  das  selbst  das  naive  Denken
zu  der  Scheidung  zwischen  dem  „in  mir“  und  „außer  mir  Geschehenden ­
  führt,  so  daß  die  Geltung  jenes  Gegensatzes  mit  dem
Glauben  an  das  eigene  Ich  steht  und  fällt  1  Die  außerordentliche
Wucht,  die  hieraus  für  diesen  Gegensatz  entspringt,  macht  es  erklärlich,
wenn  man  dieses  logische  Verhältnis  auch  in  der  Theorie  als  ein
ontologisches  zu  verstehen  sucht.  Aber  niemals  in  das  Erleben

^ lber >  nur  zwischen  die  Erscheinungen  hinein  darf  der
e gensatz  zurückgeschoben  werden.

Wir  argumentieren  dabei  etwa  folgend.  Schließt  sich  für  die  Aussage ­
  C  alle  direkte  Verifikation  aus,  so  daß  jeder,  und  nur  für  seinen
eigenen  Teil,  bloß  die  generelle  Sachlage  zu  bejahen  vermag,  so
«Vli"

aussen  die  anschaulichen  Elemente  dieser  Aussage  dem  Erleben  jedes
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