Full text : Wirtschaft als Leben

Der  Stoff  der  Sozialwissenschaft,  III.

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und  dann  erst  Relation  zum  Subjektei  Als  dieser  Zwitter
zwischen  Ding  und  Beziehung  ist  das  Objekt  eine  Funktion.  In
die  Objektfunktion  kann  auch  ein  Subjekt  treten,  wobei  dann  eben
noetische  Substanz  die  unumgängliche  Voraussetzung  dafür  abgibt,
ein  noetisches  Objekt  zu  formen.  Ebensogut  kann  aber  die  seitliche
Formung  als  Substanz  eine  phänomenologische  sein:  der  anscheinend ­
  gewöhnliche  Fall.  So  ist  es  bei  den  „Zeilen“,  an  denen
überhaupt  nur  die  Objektfunktion  innerhalb  des  „lesen“  noetisch  ist,
wobei  aber  ein  Hintergrund  phänomenologischer  Substanz  verharrt:
das  so  und  so  gestaltete,  so  und  so  materiell  vorhandene,  in  Tintenrückstand ­
  oder  Druckerschwärze  dargebotene  Raumding.
Gerät  nicht  in  diesen  Fällen  die  noetische  Denkweise  unter  die
Vormundschaft  der  phänomenologischen?  Schon  deshalb  nicht,  weil
es  genügt,  wenn  das  als  Gegenpol  des  Subjekts  zu  Erfassende  auch
nur  formbar  ist  zu  einer  phänomenologischen  Substanz;  die  Formung
selber  ist  nicht  nötig.  Begrifflich  erfaßt  wird  dann  nur  die  Objektfunktion, ­
  während  der  substanzielle  Hintergrund  der  anschaulichen
Vorstellung  überlassen  bleibt.  So  kommen  in  unserem  Beispiele  die
„Zeilen“  überhaupt  nur  als  „Zeichen“  in  Betracht;  das  ist  der  wörtliche ­
  Ausdruck  ihrer  Objektfunktion  innerhalb  des  „lesen“.  Soweithin
ist  aber  die  Formung  rein  noetisch:  „vereinbartes  Zwischenglied  der
Mitteilung“.  Alles,  was  formbar  wäre  zum  früher  erwähnten  Raumding, ­
  das  schwingt  nur  in  anschaulicher  Vorstellung  hier  mit.  So  führt
uns  jenes  Bedenken  eigentlich  nur  darauf  zurück,  wie  gut  sich
das  noetische  Denken  mit  der  Anschauung  zu  stellen
weiß!  Denn  selbst  bei  der  Formung  des  Subjektes,  als  noetische
Substanz,  kann  beliebig  viel  in  anschaulicher  Vorstellung  mitschwingen,
was  seinerseits  zu  phänomenologischer  Substanz  formbar  wäre.  Durch
diese  Fülle  des  Seienden  greift  das  noetische  Denken
stets  mit  großer  Sicherheit  durch  und  langt  nach  dem
„lebendigen  Bande“,  nach  dem  Sinn  der  Wirklichkeit.  Das
früher  erwähnte  Spiel  der  Bilder,  um  die  Aussage  A  herum,  greift  ja
auch  auf  das  „Exterieur  des  Lesers“  über.  Dagegen  ist  der  spielerische
Gedanke  an  eine  bestimmte  „Person“,  die  als  „Leser“  fungiert,
gleichbedeutend  damit,  daß  man  dem  Subjekt  des  „lesen“  die
„noetische  Eigenlage“  anschaulich  zuerkennt  —  wie  es  in  späterer  Folge
erläutert  wird.
Nur  im  Äußerlichen  des  Ausdrucks  hat  es  oft  genug  den  Anschein, ­
  daß  die  noetische  Denkweise  bei  ihrer  Schwester  in  Kost  ginge.
Wir  nennen  die  Dinge,  auch  wenn  wir  sie  bloß  ihrer  Objektfunktion
nach  erfassen,  phänomenologisch.  Das  Sein  ist  dann  aber  bloß
            
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