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,Zur sozialwissenschaftlichen Begriffsbildung 4 ',
Prinzipe gilt freilich auch für die Kausalerklärung, was früher bezüglich
der Erhebung von Tatsachen gesagt wurde: hüben wird dem
Wechsel, drüben der Wiederkehr im Geschehen die Präsumtion zustehen.
Nur so hält jede dieser Disziplinen das Prinzip ihres einheitlichen
Aufbaues fest, bleibt der Kausalzusammenhang, den jede für
ihren eigenen Teil erarbeitet, im Grundzuge ein einheitlicher. So wird
sich z. B. die eine Disziplin nur deshalb der Wiederkehr und ihrer Kausalerklärung
zuwenden, um das kausale Verständnis des Wechsels im Geschehen
zu vertiefen. Auf die Forderung, in diesem Geiste
und zu diesem Zwecke auch die „Zustände“ und „Entwicklungen“
in den historischen Kausalnexus einzuflechten,
reduziert sich ja der gesunde Kern der vielbeschrieenen
„Reform der Geschichtswissenschaft“!
Auch den nebulösen Sinn der „Milieu-Schilderung“ klärt diese Auffassungsweise
der Erkenntnisaufgabe unserer Disziplinen ab; und so
läutert sich im Wege der geschehenstheoretischen Erwägung gar manches
zu schlichter Prägnanz, was sonst, trotz so vieler im Streit verlorener
Worte, recht im Zwielicht bleibt.
Es ist ganz ausgeschlossen, daß wir dem Vorgang der Kausalerklärung,
einerseits des Wechsels, andererseits der Wiederkehr im
Geschehen, in alle Einzelheiten folgen. Dazu wäre in die Rechnung
erst das Spezifische des Geschehenszusammenhanges einzusetzen,
um den es sich fortdauernd handelt. Darum läßt sich auch der entscheidende
Unterschied in der Kausalerklärung hier nur andeuten. Und
zwar wird es genügen, die Eigenart jener Kausalerklärung zu skizzieren,
die der Sozialwissenschaft ihren Charakter verleiht. Die historische
Kausalerklärung interessiert hier ohnehin nur des Kontrastes
halber; dieser jedoch wäre erst dann zur schärferen Beleuchtung heranzuziehen,
sobald man in diese Verhältnisse sachlich, und nicht bloß
nach Schlagworten, einzudringen in der Lage ist.
Geschehenstheoretische Erwägung lehrt, daß uns eine Wiederkehr
der Geschehnisse niemals als ein isoliertes Faktum erfaßlich ist. Darin
sondert sich die Wiederkehr von der Wiederholung, deren „Absichtlichkeit“
diese Verhältnisse ändern kann. Zur Wiederkehr kommt es
für unsere Auffassung stets nur für mehrere Reihen von Geschehnissen
zugleich. Es hat dies mit der Art und Weise zu tun, wie sich aus
dem Zusammenhang der Geschehnisse die zureichende Bedingung für
ihre Wiederkehr ergibt. Immer handelt es sich um eine ganze Gruppe
von Reihen wiederkehrender Geschehnisse; denn innerhalb dieser Gruppe
zeigt sich die Wiederkehr, die sich in einer einzelnen Reihe verwirklicht,
ebensowohl von der Wiederkehr in allen anderen Reihen be-