Full text : Wirtschaft als Leben

Geschichte  und  Sozialwissenschaft.

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düngen,  im  passiven  Sinne,  wie  sie  ihrerseits  diese  aktiv  bedingt.  Kraft
dieser  allseitigen  Bedingnis  geschieht  es  dann  auch,  daß  die  Gruppe
der  Geschehensreihen  als  solche  beharrt,  daß  sie  gleich  einem  „Dinge“
von  Andauer  wird.  Ihre  Andauer  beruft  sich  gleicherweise  auf  die
Wiederkehr  innerhalb  jeder  Reihe,  wie  sich  diese  Wiederkehr  auf  die
Andauer  der  Gruppe  beruft  I  Dieses  innige  Verhältnis  zwischen  Wiederkehr ­
  und  Andauer  schließt  aber  in  sich,  daß  alle  Geschehnisse  innerhalb ­
  des  betreffenden  Kreises  aufeinander  „abgestimmt“,  gegeneinander
„ausgeglichen“  sind,  daß  sie  also  untereinander  und  zugleich  mit  ihrer
Gesamtheit  im  Einklang  stehen,  nach  der  Art  der  Glieder  eines
Ganzen.  Der  Umstand  nun,  daß  die  Geschehnisse  dergestalt  nur  als
zusammengestimmte  wiederkehren,  läßt  sich  in  das  Bild  fassen,
daß  innerhalb  der  Gruppe  das  Geschehen  im  Gleichgewicht  verharren ­
  muß.  Führt  man  also  die  Wiederkehr  des  Geschehens  auf
des  letzteren  Zusammenhänge  zurück,  so  mündet  dies  stets  in  den
Nachweis  aus,  daß  im  Rahmen  der  betreffenden  Gruppen  das  Geschehen
ins  Gleichgewicht  versetzt  erscheint,  sagen  wir,  daß  es  „e  q  u  ilibri  er  t“
sei.  Die  Gruppen  aber,  innerhalb  welcher  diese  Equilibration  des  Geschehens ­
  eintritt,  und  die  überhaupt  nur  kraft  dieser  Equilibration
wirklich  sind,  diese  Gruppen  stellen  in  sich  ruhende  Systeme
und  damit  reale  Einheiten  des  Geschehens  dar  —  die  „sozialen
Gebilde“  1  Das  erkenntnistheoretische  Schema  ihrer  Erfassung  wird
sich  unter  den  Kategorien  des  multipolaren  Geschehens  ergeben,  als
die  Kategorie  des  „Zuständlichen  Gebildes“.  Die  „Equilibration“  des
Geschehens  aber  ist  der  bildliche  Ausdruck  für  den  Tatbestand,  der
sich  empirisch  als  „Sozialisierung“  des  Geschehens  wiedergeben
läßt:  der  Zusammenschluß  der  Geschehnisse  zu  Einheiten,  deren  Andauer ­
  sich  mit  der  Wiederkehr  des  Geschehens  deckt,  die  aber  nur
kraft  der  Zusammengestimmtheit  der  Geschehnisse  beharren.
Man  sieht,  in  dieser  Disziplin  führt  die  Kausalerklärung ­
  irgendwie  immer  zu  einer  Diskussion  der
„Gebilde“.  Direkt  oder  indirekt,  stets  handelt  es  sich  um  die  Frage,
wie  sich  das  Geschehen,  seiner  Wiederkehr  zuliebe,  zu  Einheiten  zusammenschließt, ­
  die  gleichsam  seine  Beharrungsform  darstellen.  Natürlich ­
  greift  der  erfaßliche  Zusammenhang  des  Geschehens  auch  noch
über  diese  Einheiten  hinaus;  es  handelt  sich  ja  um  einen  großen  und
lückenlosen  Geschehenszusammenhang.  Auch  in  dieser  Hinsicht  zielt
die  Kausalerklärung  auf  den  Nachweis  der  Equilibration  des  Geschehens
ab.  Analog  dem  Ausgleiche  innerhalb  dieser  Einheiten,  drängt  auch
von  Einheit  zu  Einheit  das  Geschehen  ins  Gleichgewicht;  es  „sozialisiert“
sich  weiterhin,  im  Rahmen  umfassender  Systeme.  So  hat  die
v.  Gottl-Ottlilienfeld,  Wirtschaft  als  Leben.  3^
            
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