Nationalökonomische Erläuterung, VII.
619
eine Börse, mit freiem Zutritt für jedermann, bloß daß der eine mit
Geld, der zweite mit Land, ein dritter mit Arbeitskraft am Schranken
erschien.
VII.
Ein richtiges und daher peinigendes Gefühl dafür, wie trüb und
verzeichnet sich das Bild der Wirtschaft ausnimmt im Spiegel der her
kömmlichen Theorie, hat eigentlich nie gefehlt. Vielleicht in dieser
Stimmung hat man von dem „Geldschleier“ gesprochen, der über dem
Wirtschaftsleben läge. Ihn müßte man erst lüften, um die Dinge so
zu sehen, wie sie wirklich sind. Man versuchte ihn wegzuziehen, aber
was vermochte man bei gleichbleibender Grundauffassung hinter ihm
zu erschauen? Doch nur die „Güterbewegung“ in ihrer „naturalen“
Unverhülltheit. Es entzog sich notwendig der Einsicht, wie auch dieses
ganze „Güterleben“ stets nur das Außenbild der Wirtschaft bedeutet,
weil es doch stets nur die sinnfällige Begleiterscheinung aller Wirt
schaft ausmacht, wenn man die Güter ihren Schicksalsweg ziehen sieht
bei ihrem Werden, Wandern und Vergehen. So haftet auch jener
„Geldschleier“ eigentlich nur der „Erwerbsmaske“ an, die vor dem
Blick der herkömmlichen Theorie die Wirtschaft trägt. Abreißen braucht
man ihr diese Maske ebensowenig wie gesondert jenen Schleier lüften.
Beides fällt zugleich und ganz von selber, sobald nur die Wirtschaft
richtig als Wirtschaft und Wirtschaft richtig als Leben gesehen wird
im Geiste der allwirtschaftlichen Auffassung. Das heißt natürlich nicht,
als würde nun wieder der Erwerb übersehen oder etwa die Rolle des
Geldes; sondern umgekehrt, auch beider Einspielen in die Wirtschaft
hinein und beider eigene Bedingtheit aus der Wirtschaft heraus, auch
dies würde daraufhin erst richtig gesehen. Anders steht es ja auch
nicht um den „königlichen Kaufmann“ von Geistes Gnaden; auch er
weiß, Wirtschaft richtig als solche zu sehen und den Erwerb stets nur
in seiner realen Verflochtenheit darin; auch er, könnte man sagen,
denkt allwirtschaftlich, also in Gestaltungen, in Gebilden, nicht aber in
der „erwerbsduseligen“ Beschränktheit der Theorie, nicht rein nur in
Gütern, in Geld und Waren; das überläßt er dem Krämer.
Als die Theorie noch Herr im Hause war, die Empirie noch
nicht zu respektieren brauchte, da durfte sie ohne alle Beklemmung
einem Eindruck sich hingeben, der sie sozusagen aus der Logik der
Tatsachen überkam. Ist nämlich das theoretische Denken darauf ver
haftet, aus aller Wirtschaft Erwerb herauszusehen, dann muß dem