Full text : Wirtschaft als Leben

Methodologische  Glossen,  XVI.

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her  auch  die  dämonische  Gewalt  aller  naturwissenschaftlichen  Gedankengänge ­
  über  sie,  was  übrigens  ganz  allgemein  das  Stigma  naiver
Theorie  von  „unsoziologischer“  Haltung  bleibt.  Sieht  doch  unsere
Theorie  mit  neidisch  bewunderndem  Blick,  wie  weit  ihr  die  Naturwissenschaften ­
  darin  voraus  sind,  sich  als  Erkenntnis  im  Dienste  des
Handelns  zu  erschöpfen,  also  der  Technik  nachzulaufen.  Solange  der
nationalökonomischen  Theorie  noch  diese  Eierschalen  technischer
Haltung  ankleben,  fürchtet  sie  nichts  so  sehr,  als  für  „unpraktisch“  zu
gelten.  Wie  könnte  sie  also  ihren  einseitigen  Zuschnitt  auf  Technik,
der  übrigens  auch  hier  entwicklungsnotwendig  vorangeht,  so  leichthin
abstreifen  wollen  1  Man  sieht,  gerade  dies  mauert  sie  um  so  tiefer  in
den  Glauben  ein,  als  nationalökonomische  Theorie  sei  sie  entweder  so,
wie  sie  ist,  oder  überhaupt  nicht  möglich  1  Fern  bleibt  ihr  der  Gedanke, ­
  wie  viel  mehr  eine  Theorie  gerade  auch  dem  praktischen  Leben
zu  bieten  vermag,  wenn  sie  nur  erst  sich  selber  in  Reife  gefunden  hat.
Am  allerwenigsten  aber  wird  bei  dieser  Sucht,  alles  auf  technische
Verwertbarkeit  anzulegen,  an  den  Vorwurf  unserer  Wissenschaft  gedacht, ­
  der  doch  erhaben  genug  ist,  um  auch  seiner  selbst  wegen  erkannt ­
  zu  werden:  das  menschliche  Zusammenleben,  hier  in  seiner  Teilgestaltung ­
  als  Wirtschaftsleben.
Allein  trotz  ihrer  bebenden  Gier,  dem  praktischen  Leben  etwas
zu  sein,  blieben  der  „Güterlehre“  auch  theoretische  Erfolge,  richtiger
Gewinn  an  Erkenntnis,  im  einzelnen  durchaus  nicht  versagt.  Unser
Denken  scheint  robust  genug,  um  selbst  über  innere  Hemmungen  hinweg ­
  seine  Sache  richtig  zu  tun.  So  wäre  es  ein  lächerliches  Mißverständnis, ­
  zu  glauben,  man  müßte  im  Zeichen  der  allwirtschaftlichen
Auffassung  die  heutige  Theorie  „en  bloc“  verwerfen  1  Vielleicht  bringt
man  dann  mehr  an  wertvollem  Inhalt  heraus,  als  es  heute  davon  den
Anschein  hat.  Heute  nimmt  sich  unsere  Theorie  eigentlich  als  Ein
Widerspruch  aus,  eine  einzige  wechselseitige  Verneinung.  Dennoch
ist  unendlich  mehr  vorhanden  als  die  Schwänze  der  Löwen  ie  s ‘ c
da  gegenseitig  auffressen.  Es  gilt  bloß,  den  reic  en  n  a  an  e
danken  vor  der  theoretisch  schiefen  Einstellung  des  Denkens  selber  in
Schutz  zu  nehmen.  Dafür  genügt  es  im  großen  und  ganzen  -  denn
einiges  bleibt  ja  wohl  nachzutragen  -  wenn  man  die  eitel  „Hi  s  mien
jener  Gedankenzeichnung  ihren  wahren  Sinn  wieder  gewinnen  laßt,
indem  schon  die  Theorie  selber  die  Haupt-und  Grundlinien  einzeichnet
Nur  muß  dies  im  festen  Zuge  und  einheitlich  geschehen.  Flickarbeit
verfängt  nicht.
Es  liegen  hier  doch  grundsätzliche  Verkehrtheiten  vor,  organische
Fehler  der  Theorie.  Darum  verträgt  sich  mit  ihnen  die  geistvolls  e
            
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