Methodologische Glossen, XIX.
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rungsstoff der so gesättigt ist mit hausbackener Abstraktion. Auch
an ihn bringt sie die voll entwickelten Probleme des fachlichen Denkens
heran. Entdeckungen können zwar auch dann unmöglich herauskommen;
im Grund wieder nur Gemeinplätze. Trotzdem beanspruchen
die Ergebnisse den Rang von echten Theoremen; denn zurechtgelegt
hat man sich diese Gemeinplätze „problembewußt“, als das vernunftmäßig
Selbstverständliche im Zuge der Probleme. So entsteht von
der Gemeinen Erfahrung her jene „Theorie vor den Tatsachen“, die
mit der „Güterlehre“ zwar auch, aber bloß in verzerrter Gestalt vorliegt.
Wird doch in der „Güterlehre“ das Ungeklärte der Gemeinen
Erfahrung immer nur zur Lösung von unbewußten Problemen verarbeitet,
die noch dazu einer verschrobenen Einstellung des Denkens
gleichkommen.
Der schärfste Unterschied aber sticht damit heraus, daß die Allwirtschaftslehre,
soweit sie über „Theorie vor den Tatsachen“ hinausgeht,
auch als Theorie noch alle Ergebnisse der Empirie in sich verarbeitet!
Gerade daraufhin läßt sie die herkömmliche Theorie weit
hinter sich; putzt doch diese mit solchen Ergebnissen bestenfalls ihr
starres Gerippe auf. Die Allwirtschaftslehre in den betreffenden Abschnitten
verfährt mit diesen Ergebnissen natürlich ganz anders als
etwa die „Systematische Soziologie“, im engeren die „Soziologische
Theorie der Wirtschaft“. Auch diesen edleren Stoff einer schon verarbeiteten
und vorher selber erst als Tatsachen erarbeiteten Erfahrung
bewältigt die Allwirtschaftslehre stets nach der Richtschnur ihrer klar
entwickelten Probleme. Wie sie diese Ergebnisse der Empirie sich
einverleibt, sie gleichsam erst noch zuspitzt zu Lösungen ihrer eignen
Probleme, das ist gleichbedeutend mit der Form, in der die Allwirtschaftslehre
von der Empirie zu „lernen“ sucht. Da liegt es sofort nahe, daß
s >e, umgekehrt wieder, die Empirie zu bewegen trachtet, ihre Ergebnisse
auch auf die Lösung der theoretischen Probleme abzustellen. Die Allwirtschaftslehre
lernt also durch Lösungen und lehrt in Problemen.
XIX.
Im Grunde versteht sich dieses Verhältnis zwischen Theorie und
Empirie einer und derselben Wissenschaft ganz von selbst. Ihm widerspricht
aber völlig die herkömmliche Haltung der Theorie, sintemalen
diese in jener Hinsicht eben nichts lernt und nichts lehrt. So ist es
denn auch begreiflich, daß man sich über dieses unnatürliche Verhältnis
um jeden Preis hinwegzutäuschen sucht. Dahin scheint mir der
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▼. Gottl-OttlilieDfeld, Wirtschaft als Leben.