Full text : Wirtschaft als Leben

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„Freiheit  vom  Worte“,

von  Lösungen  ab,  die  einander  im  end-  und  hoffnungslosen  Wechsel
folgen.
Im  engsten  Zusammenhang  damit  endlich  ein  Viertes.  Aus  einer
Theorie,  die  sich  fast  gänzlich  aussondert  aus  ihrer  Wissenschaft,  um
ein  pathologisches  Eigenleben  zu  führen,  soll  eine  Theorie  werden,  die,
zu  Dank  ihrer  organisch  richtigen  Verbundenheit  mit  dem  Ganzen
ihrer  Wissenschaft,  einen  hervorragenden  Anteil  nimmt  an  deren
frischem  Leben.  Die  Theorie  von  heute  weist  ja  Verbindungen  eigentlich ­
  bloß  mit  den  Kunstlehren  auf,  indem  sie  diese  theoretisch  zu
Untergründen  trachtet.  Selbst  diese  Verbindungen  sind  wie  zerfasert,
angesichts  des  tumultuarischen  Zustandes  der  „Lehren“.  Dem  markigen
Großteil  unserer  Wissenschaft  aber,  der  Empirie,  bleibt  die  Theorie
gänzlich  entfremdet.  Das  seltsame  Verhältnis  zwischen  ihnen  läßt  sich
auf  die  Formel  bringen;  heute  lernt  die  Theorie  von  der  Empirie
nichts,  noch  wüßte  sie  diese  etwas  zu  lehren  I  Sie  lernt  nichts  von  ihr,
nützt  die  Ergebnisse  der  Empirie  nicht,  weil  sie  sich  grundsätzlich  auf
der  Gemeinen  Erfahrung  aufbaut,  getreu  der  „klassischen“  Tradition.
Mindestens  entscheidet  dies  über  ihr  eigentliches  Gefüge,  so  daß  Ergebnisse ­
  der  Empirie  immer  nur  äußerlich  einbezogen  werden,  als  Umrahmung ­
  der  Theoreme,  Füllsel  des  „Systems“.  Die  Theorie  weiß
aber  die  Empirie  auch  nichts  zu  lehren.  Geschweige,  daß  sie  ihr
Probleme  übermittelt,  bleiben  auch  die  wechselnden  Lösungsversuche
der  starren  theoretischen  Probleme  ganz  ohne  Eindruck  auf  die  Empirie.
Angeblich  sollen  ja  damit  die  „Grundbegriffe“  festgelegt  werden.  Man
weiß  mittlerweile,  woran  man  da  ist.  Der  Mißerfolg  ist  aber  schon  im
Wesen  der  Sache  beschlossen.  Denn  nur  scheinbar  drängen  die  Fragen
von  der  Art:  „Was  ist  der  Wert?“,  zu  einer  Fixierung  des  Denkinhaltes ­
  von  diesem  Worte,  als  Fachausdruck;  vielmehr  treiben  sie  zu
immer  erneuter  Lösung  der  Probleme,  die  sich  hinter  dem  Worte  verbergen. ­
  Daher  es  auch  von  den  Theoretikern  selber  nur  folgerichtig
ist,  wenn  sie  wider  Willen  stets  wieder  in  den  wechselnden  Alltagssinn ­
  der  Worte  „Wert“,  „Kapital“  usw.  zurückfallen.  Allen  Theoremen
jedoch,  die  über  diese  scheinbaren  Wortdeutungen  noch  hinausgehen,
mißtraut  die  Empirie,  und  wie  es  sich  erwies  mit  Recht.  Sie  fühlt
die  „kommerzialistische“  Verbogenheit  des  theoretischen  Denkens
heraus.  Das  ergäbe  stumpfe  Werkzeuge  für  sie;  so  improvisiert  sie
lieber  ihre  eigenen.
Es  ist  absehbar,  auch  als  Allwirtschaftslehre  beutet  die  Theorie
sicherlich  die  Gemeine  Erfahrung  aus.  Dazu  verpflichtet  schon  die
Eigenart  unserer  Wissenschaft  als  „Erkenntnis  des  Bekannten“.  Nur
verfährt  sie  dann  auch  ganz  anders  mit  diesem  absonderlichen  Erfah ­
            
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