Full text : Wirtschaft als Leben

Einleitung.

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ausscheiden;  sie  führen  ja  immer  nur  zu  Bekenntnissen.  Der  Kampf  aber
gegen  die  Herrschaft  des  Wortes  geht  noch  einen  Schritt  folgerichtig
weiter.  Gilt  er  doch  jenen  verhohlenen  „Werturteilen“,  die  schon  in
den  Theoremen  selber  stecken,  solange  das  Wort  über  das  Denken  ungebührlich ­
  Gewalt  übt,  Erkenntnis  umbeugend  zu  Bekenntnis.
Freilich  werden  sich  niemals  alle  Wurzeln  glatt  zerschneiden  lassen,
an  denen  unser  Denken  auch  insgeheim  emporwächst  aus  dem  logisch
Verantwortungslosen  der  Gesinnung;  selbst  dann  nicht,  sobald  der
Ausgang  vom  Worte  vermieden  bleibt.  Auch  die  offene  und  klare
Entfaltung  der  Probleme,  in  ihrem  alles  entscheidenden  Zusammenhang,
wird  immerzu  im  Schatten  unserer  Vorurteile  stehen.  So  wird  vermutlich ­
  um  diese  Probleme  nicht  minder  heftig  gestritten  werden.
Aber  gerade  dieser  Streit  demaskiert  die  Vorurteile,  bevor  noch  die
Lösungen  vorweg  und  blindlings  auf  sie  eingeschworen  sind.  Das
Vorurteil  mauert  sich  da  nicht  so  verbissen  ein,  wie  in  der  Form  der
transverbalen  Intuition,  die  ja  logisch  ungreifbar  ihr  dunkles  Werk  besorgt. ­
  Es  liegt  auf  der  Hand,  in  dieser  Hinsicht  ist  das  Wort  der
Feind  des  Denkens,  und  seine  erkenntnisbeugende  Macht  will  immer
erst  gebrochen  sein.
Den  wirtschaftspolitischen  Kampf  selber  schafft  natürlich  auch  die
reifste  Theorie  nicht  aus  der  Welt.  Überhaupt  nur  soweit,  als  dieser
Kampf  von  Überzeugung  zu  Überzeugung  auch  mit  geistigen  Waffen
ausgefochten  wird,  berührt  er  sich  mit  der  Wissenschaft;  denn  nur
diese  weiß  ihm  solche  Waffen  zu  liefern.  Aber  diese  Waffen  sind  vergiftet, ­
  solange  der  Gegensatz  der  Gesinnung  noch  im  Herzen  der
Wissenschaft  selber  nistet.  Dann  wähnt  man,  um  Erkenntnis  zu
streiten,  und  gleich  mit  den  grundlegendsten  Theoremen  wirft  man
sich  gegenseitig  eitel  Bekenntnisse  an  den  Kopf.  Diese  g,fegen  Waffen
verbittern  bloß  den  Kampf  im  Leben  draußen.  Was  aber  hatte  denn
eine  gesinnungsmäßig  zerrissene  Wissenschaft  dem  Leben  sonst  noch
an  bieten  I  Allerdings,  das  Amt  des  Richters  im  Streite,  das  käme  der
Wissenschaft  überhaupt  nie  zu,  ebensowenig  die  Rolle  des  Führers.
Beides  ist  praktische  Tat,  gleich  aller  schöpferischen  Gestaltung,  liegt
mithin  jenseits  der  Wissenschaft.  Dieser  aber  bleibt  selbst  ln  Sachen
des  wirtschaftspolitischen  Kampfes  genügend  vie  zu  eIS  cn  u  n g-Dem
  Leben  gegenüber  muß  sich  die  Wissenschaft  als  das  große  geistige
Arsenal  bewätoe»,  dem  der  Kampf  der  Gesinnungen  ehrliche  Waffen
au  entnehmen  vermag,  der  Richter  richtig.  Maßstabe,  der  Fuhre,  klaren
überblick  und  vollen  Aufschluß,  der  schöpferisch  Gestaltende  aber
Vorbild  und  Richtschnur.  Das  sind  Ansprüche,  die  vom  Leben  selber
an  die  Wissenschaft  gestellt  werden,  und  ihnen  kommt  sie  gewiß  nur
            
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