Full text : Wirtschaft als Leben

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,Vom  Wirtschaftsleben  und  seiner  Theorie'

Zweites,  ein  Austrag  mit  der  Umwelt.  Dabei  wieder  sind  alle  Vorgänge ­
  im  Innern,  gemäß  Art  und  Zusammenspiel,  in  förderliche  Übereinstimmung, ­
  in  Einklang  zu  bringen  mit  dem  Sein  und  Geschehen
in  der  Umwelt  —  förderlich  stets  in  bezug  auf  die  Verbürgung  der
Dauer.  Dies  schließt  auch  entsprechende  Eingriffe  in  diese  Umwelt
ein.  Die  Unternehmung,  z.  B.,  sucht  sich  nicht  nur  ihrem  „Markt“  anzupassen, ­
  sie  „bearbeitet“  ihn  auch,  ihn  wieder  sich  selber  anpassend.
So  kann  man  dieses  Zweite  im  ganzen  als  die  „Einpassung“  des  Gebildes ­
  in  seine  Umwelt  bezeichnen.
In  ihrem  Zusammenspiel  stellen  alle  Vorgänge  im  Gebilde  den
lebenerhaltenden  Umtrieb  des  Geschehens  vor.  Aber  sie  vollziehen
sich  nicht  aus  dem  Stegreif,  nicht  als  Improvisation.  Gestaltung  setzt
natürlich  schon  damit  ein,  daß  sich  diese  wiederkehrenden  Vorgänge
gleichsam  festlegen,  eine  Dauerform  annehmen.  So  konsolidiert  sich
z.  B.  der  Verbrauch  von  Sachen  zum  Halten  ihrer  „Vorräte“,  der
Gebrauch  von  Hilfsmitteln  konsolidiert  sich  zur  Einrichtung  von  „Anlagen“, ­
  und  so  legen  sich  persönliche  Leistungen,  Arbeit  oder  Wirken
von  bestimmter  Aufgabe,  je  als  ein  „Dienst“  am  Gebilde  fest;  zusammengehörige ­
  Dienste  bauen  dann  an  einer  „Stellung“  im  Gebilde,  die  irgendwie ­
  durch  Personen  auszufüllen  ist.  Diese  Vorkehrungen  aller  Art  vergliedern
  sich  ihrerseits  schon  zu  Teilgebilden,  meist  von  der  Form
eines  „Betriebes“,  d.  h.,  irgendein  bestimmter  Vorgang,  durchaus  nicht
Produktion  allein,  vollzieht  sich  in  gesicherter  Wiederkehr  auf  der
Grundlage  ein  für  allemal  getroffener  Vorkehrungen.  Erst  aus  solchen
Bauelementen  —  beim  Unternehmen  etwa  Direktion,  Einkaufsabteilung,
Werkbetriebe,  Verkaufs-  und  Propagandaabteilung,  Buchhaltung  und
ähnliches  —  erst  daraus  gestaltet  sich  dann  das  Gebilde  selber.  An
sich  ein  Unräumliches,  steht  es  daraufhin  dennoch  körperhaft  vor  unserem ­
  geistigen  Auge.  In  diesem  Gliederbau  des  Gebildes  spiegelt
sich  erst  recht  deutlich  die  Zusammengeordnetheit  alles  Geschehens,
von  dem  das  Gebilde  rastlos  durchströmt  bleibt.  Das  Gebilde  selber
erscheint  dann  als  eine  ganz  eigentümliche,  nämlich  als  eine  „kreisschlüssige“ ­
  Anordnung  von  Einrichtungen.  Die  tätig
erwirkte  Dauer  eines  Wirkenden  ergibt  sich  daraufhin  als  eine  gestalthaft ­
  verbürgte  Dauer.  In  diesem  schärferen  Sinne  ist  das
Gebilde  Unternehmung  von  der  Daseinsform  des  Lebens.  Und  je
kräftiger  sich  diese,  das  Leben  tragende  Bürgschaft  gestaltet,  desto
wuchtiger  ist  die  Unternehmung  eine  Lebenswirklichkeit.  Wir  sagen
diese  Lebenswucht  der  Unternehmung  als  ihr  „Gedeihen“  aus.  Was
sich  aber  hier  am  Beispiel  der  Unternehmung  beleuchten  ließ,  gilt
auch  von  allen  Wirtschaftsgebilden,  von  der  Haushaltung  bis  zu  Volks-
            
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