Full text : Wirtschaft als Leben

Abschnitt  III.

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als  Zusammenordnung  alles  einschlägigen  Geschehens  zu  Dauer  und
Bestand  1  Was  im  engeren  hier  „dauert“,  ist  das  Geschehen  in  seiner
verbürgten  Wiederkehr,  was  hier  „besteht“,  ist  die  daraufhin  gestaltete
Einheit,  ist  das  aus  jener  Zusammenordnung  erst  hervorgehende  Gebilde, ­
  hier  also  die  Unternehmung.  In  solchem  Geiste  ist  die  Unternehmung ­
  eine  wirkende  Einheit  von  innerlich  erarbeitetem  Bestand.
Damit  aber  weist  sich  dieses  Gebilde  schon  als  ein  Stück  Leben  aus,
wenn  auch  von  spezifisch  geringer  Lebenstiefe,  immerhin  als  eine
Lebenswirklichkeit.  Wohlgemerkt  jedoch,  die  Ordnung,  die  hier  den
Ausschlag  gibt,  ist  keine  Ordnung  von  Dauer,  keine  dauernde  Ordnung, ­
  im  Gegenteil,  sie  muß  sich  fast  unablässig  wandeln,  um  das  zu
bleiben,  was  sie  sein  will,  eine  Ordnung  nämlich  z  u  Dauer  und  Bestand, ­
  eine  lebenschöpferische  Ordnung.  Ich  vermeide  absichtlich  den
so  abgegriffenen  Ausdruck  „Organisation“  dafür,  der  im  Alltag  bald
nur  Koalition  meint,  bald  nur  Koordination  oder  Kooperation,  im
Sinne  des  richtigen  Ineinandergreifens  von  vielerlei  Tätigkeit  zur  Einheit
einer  Leistung,  bald  gar  nur  Zentralisation,  im  kriegswirtschaftlichen
und  reißbrettsozialistischen  Verstand  des  Wortes;  so  zwar,  daß  dieser
Ausdruck,  im  Hinblick  auf  den  immer  ganz  einseitigen  Sinn  seiner
Verwendung,  jenes  tiefen  Sinnes  gar  nicht  würdig  ist.
Das  fragliche  Zusammenordnen  zu  Dauer  und  Bestand  umschließt
erstens  schon  die  richtige  Abgestimmtheit  aller  jener  Vorgänge  aufeinander, ­
  die  zur  Unternehmung  gleichsam  verwirbeln;  also  das  Leiten
und  Verwalten,  das  Ein-  und  Verkaufen  und  Kreditieren,  das  Produzieren, ­
  das  Ausschütten  des  Ertrags,  das  Investieren  und  so  fort.  Mit
ihrem  verschiedenen  Inhalt  müssen  alle  diese  Vorgänge  ja  schon  der
Leistung  halber,  technisch  also,  richtig  ineinandergreifen.  Aber  sie  dürfen
einander  auch  nicht  stören,  sollen  sich  vielmehr  wechselseitig  fördern,
im  Sinne  ihrer  „laufrichtigen“  Form.  Es  will  alles  so  vollzogen  werden, ­
  um  dauernd  vollziehbar  zu  bleiben.  Dazu  aber  müssen  sich  die
Vorgänge  sogar  allseitig  herausfordern  I  Für  dieses  entscheidende  Verhältnis ­
  liefert  es  ein  ganz  rohes  Beispiel,  wenn  etwa  innerhalb  einer
industriellen  Unternehmung  der  Einkauf  alles  Produktionsbedarfes  die
Produktion  ermöglicht,  diese  den  Verkauf  der  Produkte,  und  dieser
wieder  sowohl  die  Ertragserzielung  wie  auch  abermals  jene  Vorgänge
des  Einkaufs.  Eines  leitet  aus  dem  Andern  seinen  Anlaß  her,  und
Jedes  hat  überhaupt  nur  Sinn  kraft  des  Zusammenspieles  Aller.  Obwohl ­
  jenes  Beispiel  diesen  Sachverhalt  nur  höchst  oberflächlich  aufrollt, ­
  sieht  man  doch  schon,  wie  sich  hier  gleichsam  ein  Kreis
schließt.  Darauf  läuft  es  nun  immer  und  überall  hinaus  1  Aber  zu
diesem  Zusammenspiel  der  Vorgänge  im  Innern  gesellt  sich,  als
T -  Gottl-Ottlilienfeld,  Wirtschaft  als  Leben.  45
            
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