Full text : Wirtschaft als Leben

Kapitel  II.  Adam  Smith.

59

atsachen  fügen  sich  den  Gedankengängen,  die  Beispiele  den  Beweisunrungen
  zwingend  ein,  und  er  belehrt,  indem  er  überzeugt.  All  dies
°hne  Schwerfälligkeit,  ohne  gewichtigen  logischen  Apparat,  ohne  durch
eintöniges  Wiederholen  Eindruck-erzielen  zu  wollen,  mit  einer  sicheren
infachheit,  die  jeden  Skeptizismus  ausschließt.  Denn  über  allen  seinen
durften  liegt  ein  Hauch  wärmster  Menschenliebe,  die  seine  Worte  oft  zu
einer  glänzenden  Beredsamkeit  steigert.  Diese  seltenen  Eigenschaften
haben  dem  alten  Buche  einen  großen  Teil  seiner  Frische  bewahrt,
r  b)  Andererseits  hat  Smith  seinen  Vorgängern  alle  ihre  bedeutenden
deen  entnommen,  um  sie  in  ein  allgemeineres  System  zu  fassen.  Indem
or  über  sie  hinausging,  machte  er  sie  überflüssig,  weil  er  an  Stelle  ihrer
iragmentarischen  Ansichten  eine  wirkliche  soziale  und  ökonomische  Philosophie ­
  setzte.  So  erhalten  diese  Ansichten  in  seinem  Buche  einen  ganz
neuen  Wert.  Anstatt  isoliert  zu  bleiben,  dienen  sie  jetzt  dazu,  eine  allgemeine ­
  Auffassung  zu  stützen,  und  sie  selbst  werden  dadurch  in  schärfere
eleuchtung  gerückt.  Smith,  wie  fast  alle  großen  Schriftsteller,  hat  sich
.  Von  seinen  Vorgängern  und  Zeitgenossen  aneignen  können,  ohne  daß
seine  Ursprünglichkeit  gelitten  hätte.  Sein  Werk  zitiert  und  verarbeitet,
immer  unter  Namensnennung,  mehr  als  100  Schriftsteller.  Die
amen  einiger  von  ihnen,  die  den  meisten  Einfluß  auf  ihn  gehabt  zu  haben
Werd** 611 ’  0t * er  ^ eren  Wegen  er  gefolgt  ist,  verdienen  hervorgehoben  zu
1..  ^dter  ihnen  nimmt  vielleicht  Hutcheson,  Professor  der  Moral-P
  1  osophie  auf  demselben  Lehrstuhl,  den  Smith  späterhin  an  der  Uni-■
  sität  zu  Glasgow  einnehmen  sollte,  die  erste  Stelle  ein.  Smith  folgt
soweit,  daß  er  ihm  teilweise  sogar  die  Einteilung  seiner  eigenen  Vorsuiigeji
  entnimmt.  Das  ist  aber  nicht  Alles.  Viele  der  bekanntesten
jj  e °rien  Smith’s  finden  sich  in  ihren  Anfängen  bei  seinen  Vorgängern.
öff U > TCBES0N  * n  seinein  >)System  of  moral  philosophy“  (1755  verontlicht,
  aber  viel  früher  verfaßt)  der  Arbeitsteilung  bereits  eine  ganz
u  erordentliche  Bedeutung  bei;  in  bezug  auf  Wertschwankungen  und
^sprung  des  Geldes,  in  bezug  auf  das  Getreide  und  die  Arbeit,  als  konantere
  Wertmasse  angesehen,  bringt  er  Betrachtungen,  die  denen,  die
über  diese  Gegenstände  im  Wealth  of  Nations  findet,  sehr
at mhch  sind.
ji  Noben  Hutcheson  muß  man  David  Hume  erwähnen.  Smith  nennt
n  an  einer  Stelle  den  „unvergleichlich  berühmtesten  Philosophen  und
mschichtsschreiber  unserer  Zeit“ 1 ),  und  seit  1772  stand  er  mit  ihm  in
a  f In  cn £ en  und  intimen  Verhältnis.  Hume  hat  nur  einige  ökonomische
auf  S f^ Ze  Ver öffentlieht:  die  bedeutendsten  beziehen  sich  auf  das  Geld,
uen  Außenhandel  und  den  Zinsfuß.  Sie  sind  mit  mehreren  anderen
x )  Völkerreichtum  II,  S.  220,  B.  V,  Kap.  I,  3.  Teil,  §  3.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.