Full text : Wirtschaft als Leben

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,Der  Wertgedanke“,

unter  „Wert“  verstanden  wird.  Unter  diesem  Gesichtspunkte  erkennen
wir  den  Mangel  jeder  sachlichen  Berechtigung,  jene  „Werttheorien“  —
vom  Standpunkte  des  unbefangenen  Dritten  aus  —  dahin  zu  kennzeichnen, ­
  daß  sie  „nur  den  Tauschwert  behandeln“.  Sie  suchen  einfach
auch  ein  unter  „Wert“  vorgesetzt  vermeintes  Objekt  zu  erledigen,  und
nur  ein  eigentlich  zufälliger  Umstand,  die  Rücksicht  auf  sprachliche
Eindeutigkeit,  bringt  sie  dazu,  dieses  zu  Erledigende  „Tauschwert“  zu
nennen.  Der  einzelne  „Werttheoretiker“,  der  handelt  gegebenenfalls
allerdings  folgerichtig,  wenn  er  im  Hinblicke  auf  seine  eigene  Auffassung ­
  des  unter  „Wert“  zu  Erledigenden  jenen  „Werttheorien“  eine
„Einseitigkeit“  vorwirft.  Dem  unterliegt  eben  wieder  im  stillen  der
Wertgedanke,  die  Ansicht,  daß  es  sich  hüben  und  drüben  um  das
nämliche  Objekt  handelt,  das  der  Wissenschaft  überhaupt  unter
„Wert“  vorgesetzt  sei;  eine  Ansicht,  die  wir  hier  kritisch  beleuchten
wollen,  aber  durchaus  nicht  ohne  weiteres  akzeptieren.
Außer  diesen  sachlichen  Gründen,  die  für  sich  entscheidend  sind,
sprechen  zum  Überfluß  noch  schwere  formelle  Bedenken  dagegen,
die  Scheidung  nach  den  Fällen  A  und  B  in  der  erwähnten  Weise  aufzufassen. ­
  Es  geht  absolut  nicht  an,  hier  mit  Ausdrücken  wie  „Tauschwert“ ­
  unbefangen  zu  hantieren.  Zwar  würde  es  mich  viel  zu  weit
führen,  hier  noch  nachzuweisen,  wie  der  Ausdruck  „Tauschwert“  in
Gemeinschaft  mit  dem  Ausdrucke  „Gebrauchswert“,  die  im  Rahmen
der  „Wertlehre“  überaus  häufig  verwendet  werden,  zusammen  nichts
vorstellen,  als  eine  stehende  Unterscheidungsformel  mit
durchaus  wechselndem  Inhalt.  Eine  Formel,  die  bald  für  eine
Einteilung,  bald  wieder  für  eine  bloße  Abscheidung  für  den  Belang
des  unter  „Wert“  Erledigten  einstehen  muß,  wobei  noch  die  Kriterien
der  Einteilung  oder  Abscheidung  verschiedene  sind,  und  nicht  minder
verschieden  auch  das  Eingeteilte  oder  in  sich  Geschiedene  selber.
Ferner,  wie  diese  Formel  und  ihre  vereinzelten  Glieder  auch  ohne
Berufung  auf  eine  bestimmte  „Werttheorie“  ganz  unbefangen  verwendet ­
  werden,  wobei  eine  gewisse  comunis  opinio  den  Schein  wahren
hilft,  mit  diesen  Ausdrücken  etwas  Wesentliches  aussagen  zu  können
—  eine  der  vielen  logischen  Versündigungen  innerhalb  der  „Wertlehre“,
die  sich  in  letzter  Linie  alle  nur  aus  dem  stillen  Walten  des  Wertgedankens ­
  erklären  ließen,  usw.  usw.  Hier  weise  ich  nur  kurz  darauf
hin,  daß  sich  die  Verwendung  des  Ausdruckes  „Tauschwert“,  wenn
auch  nicht  sachlich,  so  doch  logisch  nur  vom  Standpunkte  einer  bestimmten ­
  „Werttheorie“  und  unter  Anerkennung  des  Wertgedankens
rechtfertigen  ließe,  in  diesem  Zusammenhänge  daher  offener  Widersinn ­
  wäre.
            
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