Full text : Einführung in das Studium der Konjunktur

126  Dritter  Abschnitt.  Einfluß  des  Konjunkturwandels  und  der  Krisen.

Effektengattung

1907

1908

1909

1910

1911

1912

1913

Deutsche  Staatsanleihen

  ....

541,06

1079,52

1066,66

621,26

235,89

630,77

810,79

Ausländische  Staatsanleihen

  ....

49,83

98,51

178,56

244,25

315,92

30,63

559,85

Stadt-  u.  Provinzial-Obligationen

  .  .

496,66

606,43

532,82

386,20

426,63

329,93

265,45

Deutsch.Hypothekenbank

  -  Obligationen

287,24

537,49

582,94

523,31

515,57

204,60

44,29

Auslän  d  .Hy  p  othekenbank-Obligationen



—

1,98

45,84

2,00

6,72

46,20

0,50

Sonstige  Obligationen

172,96
107,31

402,15

329,19

424,84

391,95

453,55

351,51

Bankaktien  ....

75,63

145,38

137,63

296,35

179,61

50,10

Eisenbahn-,  Straßenbahnaktien

  .  .  .

4,70

28,32

18,00

2,81

24,53

16,70

24,53

Industrieaktien  .  .

240,20

326,65

322,42

269,40

329,93

694,83

367,21

Insgesamt

1899,96|3156,68

3222,41

2612,70

2542,71

2620,71

2494,23

Die;  Zusammenstellung 1 )  zeigt  deutlich,  wie  mit  der  Besserung  der
Konjunktur  die  Inanspruchnahme  des  Kapitalmarktes  steigt,  um  dann,
wenn  die  wirtschaftliche  Entwicklung  den  umgekehrten  Gang  geht,
wieder  sehr  stark  nachzulassen.  Das  ergibt  sich  nicht  nur,  wenn
man  die  Gesamtsumme  der  Emissionen  ins  Auge  faßt,  sondern  wird
noch  deutlicher,  wenn  man  die  Entwicklung  der  Emission  von  Industrieaktien, ­
  in  denen  der  eigentliche  Kapitalbedarf  der  Industrie
zum  Ausdruck  kommt,  betrachtet.  Dabei  ist  es  nicht  immer  unmittelbar ­
  das  Jahr  des  Konjunkturumschwunges,  in  welchem  sich  der
Rückgang  zeigt,  sondern  vielfach  erst  das  folgende  Jahr,  die  an  den
Umschwung  sich  anschließende  Depressionsperiode,  in  welcher  der
Kapitalbedarf  besonders  stark  zurückgeht.  Solche  Jahre  waren  z.  B.
diejenigen  von  1901—1903,  1907—1910  und  1913.  Bei  der  Würdigung ­
  dieser  Zahlen  ist  aber  auch  immer  darauf  zu  achten,  daß  mit
der  Ausweitung  der  deutschen  Volkswirtschaft,  vor  allem  auch  mit
der  Zunahme  der  Aktiengesellschaften  gegenüber  den  privaten  Unternehmungen, ­
  das  in  dieser  Form  zahlenmäßig  erfaßbare  Bild  der
Emission  von  Industrieaktien  eine  zunehmende  Tendenz  aufweisen
muß.
Seit  einer  Reihe  von  Jahren  haben  wir  auch  in  Deutschland
eine  Statistik  der  Bestandsänderungen  der  deutschen
Aktiengesellschaften,  welcher  manche  bemerkenswerte  Angaben ­
  über  wichtige  Veränderungen,  welche  sich  hierbei  Vollziehen,  entnommen ­
  werden  können.  Diese  Angaben  reichen  jedoch  nur  bis  zum
Jahre  1907  zurück.  Aus  der  folgenden  Zahlenreihe  kann  man  jedoch
U  Zusammengestellt  nach  der  Bankenenquete  a.  a.  O.  und  Feiler,  Die
Konjunkturperiode  1907—1913  in  Deutschland.  Jena  1914.
            
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