Full text : Einführung in das Studium der Konjunktur

4.  Der  Kapital-  und  Geldmarkt.

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Verfügung  stehenden  Mitteln.  Flaut  dagegen  die  Konjunktur  ab,  tritt
eine  Depression  ein,  dann  wird  das  Bild  bald  ein  vollständig  anderes.
Wir  wollen  diese  Zusammenhänge  zunächst  für  den  auch  bisher
schon  betrachteten  Zeitraum  von  1896—1913  kennen  lernen  und  uns
zunächst  den  Verhältnissen  auf  dem  Kapitalmärkte  zuwenden.
Am  deutlichsten  kommt  die  Nachfrage  auf  dem  Kapitalmarkt  in
der  Statistik  der  Emissionen:  zum  Ausdruck.  Unter  Emission  ist
dabei  die  Unterbringung  neuer  Effekten,  der  Vertrieb  derselben  an
das  Publikum,  verstanden.  Die  Erfassung  dieser  Beträge  ist  die
Aufgabe  der  Emissionsstatistik.  Für  Deutschland  haben  wir  dabei
verschiedene  Quellen  und  Bearbeitungen,  welche  diese  Aufgabe  mehr
oder  weniger  vollkommen  erfüllen.  Hierher  gehören  einmal  die  amtliche ­
  deutsche  Zulassungsstatistik  der  bei  den  deutschen  Börsen  zugelassenen ­
  Wertpapiere,  dann  die  Emissionsstatistik  des  deutschen
Ökonomist  und  diejenige  der  Frankfurter  Zeitung.  Auch  für  fremde
Staaten  gibt  es  analoge  Bearbeitungen.  Im  folgenden  soll  die
Emissionsstatistik  der  Frankfurter  Zeitung  als  die  ausgebauteste
und  genaueste  zugrunde  gelegt  werden.  Es  handelt  sich  nicht  nur  um
die  Emission  solcher  Papiere,  welche  zum  Börsenhandel  zugelassen
werden,  sondern  auch  um  die  solcher,  mit  denen  keine  Börsenzulassung
verbunden  ist.  Trotzdem  kann  eine  solche  Statistik  kein  vollständiges
Bild  von  der  Inanspruchnahme  des  Kapitalmarktes  geben,  weil  manche
Emissionen  unter  der  Hand,  durch  die  Banken  erfolgen  und  weil  sich
der  Umfang  dieser  Beträge  der  statistischen  Erfassung  entzieht.

Es  betrug  nach  der  Statistik  der  Frankfurter  Zeitung  der  Betrag  der
Emissionen  dem  Kurswerte  nach  in  Mill.  Mark  in  den  Jahren:

EEfektengattung

1900

1901

1902

1903

1904

1905

1906

Deutsche  Staatsanleihen ­
  ....

172,50

506,01

532,82

343,36

283,87

454,68

668,97

Ausländische  Staatsanleihen

  ....

30,94-42,06



313,47

136,25

87,24

676,39

163,61

Stadt-  u.  Provinzial-Obligationen

  .  .

318,16

352,05

416,44

340,48

216,77

418,45

429,79

Deutsch.Hypothekenbank ­
  -  Obligationen

270,00

292,00

373,00

461,59

467,38

513,02

359,74

Ausländ.Hypothekenbank-
  Obligationen

7.12

7,57

6,73

29,39

21,34

5,62

6,77

Sonstige  Obligationen

201,15

441,83

211,54

256,67

199,24

331.31

257,29

Bankaktien  ....

147,74

37,13

61,46

33^06

201,45

203,44

289,77

Eisenbahn-,  Straßenbahnaktien ­
  .  .  .

68,18

26,22

22.53

116,31

68,91

11,06

42,46

Industrieaktien

367,90

103,82

94,36

195,33

267,60

492,52

624,28

Insgesamt

1583,69

1808,70

2032,35

1912,44

1813,80

3106,49(2842,68

M  o  Ln  b  er  t,  Stadicun  der  Konjunktur.
            
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