Full text: Probleme der Wirtschaftsgeschichte

mit bes. Rücksicht auf die Stadtwirtschaft des deutschen Mittelalters. 159 
Begriffe und das Wesen der Sache treffender Kunsstausdrücke!) 
zu erwähnen. Es gibt nicht viele Beispiele, daß technische Be- 
griffe, die ein Autor aufstellt, so schnell zu aligemeiner Ver- 
wendung gelangen wie im Bücher'schen Falle. 
Nach Bücher hat Sombart in einer im 14. Bande des Archivs 
für soziale Gesetzgebung (1899) erschienenen Reihe von Auf- 
säten über „die gewerbliche Arbeit und- ihre Organisation“ eine 
Theorie von VWirtschaftsstufen aufgestellt. Seine Wirtschafts- 
stufen sind jedoch anderer Art als diejenigen, welche die bisher 
genannten Forscher ermittelt zu haben glauben. Er erklärt 
(S. 342, Anm. 2), daß er das Wort „Stufenfolge“ nicht im Sinne 
der empirisch-historischen Aufeinanderfolge verstehe. Er gibt 
andrerseits auch keine rein begrifflicheSystematik ohne andere 
Interessen als das der begrifflichen Gliederung. Es steckt in 
seinem Schema von beiden etwas, verbunden mit einem auf 
besondere Wertschätzung der Technik gegründeten Urteil über 
ein Aufsteigen zu höherer Entwicklung. Hören wir aber einst- 
weilen erst, wie er seine Stufentheorie formuliert (S. 402) 2). 
Er kennt drei „Wirtschaftsstufen“ : Individualwirtschaft, Über- 
gangswirtschaft, Gesellschaftswirtschaft. Diesen ordnet er aber 
noch „Wirtschaftssysteme“ unter, nämlich der Individualwirt- 
schaft: .die urwüchsige Geschlechtswirtschaft; 2. Hauskommunion 
(Großfamilienwirtschaft); 3. erweiterte Eigenwirtschaft mit 
VWirtschaftseinheit; ferner der Übergangswirtschaft: 4. die er- 
Die inhaltreichste Schilderung des Wesens der mittelalterlichen Stadt- 
wirtschaft haben in der zwischen den Jahren 1868 und 1893 liegenden 
Zeit wohl Traugott Geering, Handel und Industrie der Stadt Basel 
(Zunftwesen und Wirtschaftsgeschichte bis zum Ende des 17. Jahr- 
hunderts), Basel 1886, und Gothein, Wirtschaftsgeschichte des Schwarz- 
waldes, 1. Band (Städte- und Gewerbegeschichte), Straßburg 1892, 
geliefert. Bei Geering .ist andrerseits die Entstehung des Städte- 
wesens nicht richtig dargestellt; er steht noch unter dem Einfluß von 
Nitsch. Val. unten N. VI, g 3. 
!) Über ihre Unentbehrlichkeit auch für den Historiker vgl. mein 
„Territorium und. Stadt“ S. XII. 
?) Seine Tabellen s. ferner auf S. 341 („Tafel der Betriebs- 
formen“) und S. 343. Zur Definition s. namentlich auch S. 392
	        
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