Full text: Die Kaufkraft des Geldes

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VII. Kapitel. 
das Geheiß des Staatsoberhauptes ausgeführten Geldverschlechterungen. 
Bei der Betrachtung des Greshamschen Gesetzes haben wir nun unser Haupt 
augenmerk auf die klarere Erkenntnis der Ursachen zu richten, welche die 
Kaufkraft des Geldes unter den der Wirkung des Greshamschen Gesetzes 
unterworfenen Geldsystemen bestimmen. Das erste Paradigma bildet der 
Bimetallismus. 
Um den Einfluß eines Geldsystems auf die Kaufkraft des Geldes gründ 
lich zu verstehen, müssen wir zuerst wissen, wie das System arbeitet 1 ). Es 
ist in Abrede gestellt worden, daß sich der Bimetallismus jemals bewährt 
hat, oder daß er sich überhaupt bewähren kann, weil das billigere Metall stets 
das teurere vertreibt. Unsere erste Aufgabe ist, ohne irgendwelche Rück 
sicht auf die Frage, ob der Bimetallismus wünschenswert ist, zu beweisen, daß 
er sich unter ganz bestimmten Umständen „bewähren“ kann, aber nicht 
unter anderen. Um klarzumachen, wann sich der Bimetallismus bewährt 
und wann nicht, wollen wir das im letzten Kapitel benützte Schaubild 1 2 ), in 
welchem die Quantität des Barrengoldes durch den Inhalt des Reservoirs G b 
dargestellt ist, noch weiter anwenden. (Figur 6 und 7.) Genau wie vorher 
stellen wir die Kaufkraft oder den Wert des Goldes dar durch die Entfernung 
vom Niveau des Wassers unter dem Niveau der Nullpunkte bzw. oo. Die Figur 
im letzten Kapitel veranschaulichte nur ein Metall, nämlich Gold, und zwar 
in zwei Reservoirs, im Barrengold- und im Goldmünzenreservoir. Wir wollen 
nun Schritt für Schritt diese Figur ausarbeiten. Zuerst fügen wir, wie aus 
Figur 6 ersichtlich, ein Reservoir für Barrensilber (S b ) hinzu, welches in 
Größe und Form von dem Reservoir G b etwas ab weicht. Wir benützen 
dieses Reservoir, um das Verhältnis zwischen dem Werte oder der Kauf 
kraft des Silbers sowie dessen Quantität in der Industrie und als Barren 
silber zu zeigen. Wir haben es also hier mit drei Reservoirs zu tun. Das 
Silberreservoir bleibt zunächst gänzlich isoliert, später werden wir es aber 
mit dem mittleren verbinden. Für den Augenblick wollen wir annehmen, 
daß das mittlere Reservoir, welches Geld enthält, nur mit aus Gold ge 
münztem Gelde gefüllt ist (Figur 6 a), da noch kein Silber als Geld 
fungiere. Mit anderen Worten: Das im letzten Kapitel erörterte Geld 
system wird beibehalten; wir haben es nur insoweit verändert, als wir 
der Zeichnung ein weiteres Reservoir, (8 b ), hinzugefügt haben, das, gänzlich 
1 ) Irving Fisher, „The Mechanics oj Bimetallism“, London, Economic Journal, 
September 1894, S. 527—536. 
2 ) In der vorliegenden Anwendung gleicht es einigermaßen einer von Jevons in 
seinem Money and the Mechanism of Exchange, New York (Appleton), 1896, S. 140, an 
geregten Versinnbildlichung.
	        
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