Full text : Die Kaufkraft des Geldes

Einwirkung  der  Geldquantität  und  anderer  Faktoren  auf  die  Kaufkraft  usw.

Wirkung  dadurch  aus,  daß  sie  die  Gewohnheiten  eines  Gemeinwesens  in
bezug  auf  das  Verhältnis  der  Scheck-  zu  den  Bargeldgeschäften  beeinflußt,
nnd  sie  kann  so  das  Verhältnis  von  G'  zu  G  zugunsten  von  G'  verschieben;
je  höher  sich  Handel  und  Verkehr  eines  Landes  entwickeln,  desto  mehr
macht  sich  das  Bedürfnis  nach  dem  Gebrauch  von  Schecks  fühlbar x ).
Bezüglich  der  Wirkungen  auf  die  Umlaufsgeschwindigkeit  können  wir
drei  Fälle  unterscheiden.  Im  ersten  Fall  wird  angenommen,  daß  die  Veränderung ­
  des  Handelsvolumens  einer  Veränderung  in  der  Bevölkerung  entspricht, ­
  wie  etwa  dann,  wenn  eine  Zunahme  im  Handel  durch  Besiedlung
neuen  Landes  stattfindet,  und  zwar  ohne  eine  größere  Konzentration  in  früher
besiedelten  Gegenden  und  ohne  irgendwelche  Veränderung  im  Umsatz  pro
Kopf  oder  in  der  Verteilung  des  Handels  unter  den  Einzelgliedern  der
Bevölkerung.  Unter  derartigen  Bedingungen  ist  kein  Grund  gefunden
worden  und  anscheinend  kann  ein  solcher  auch  nicht  gefunden  werden,  weshalb ­
  die  Umlaufsgeschwindigkeit  des  Geldes  eine  andere  sein  sollte,  je
nachdem  das  Handelsvolumen  groß  ist  oder  gering.
Der  zweite  Fall  tritt  dann  ein,  wenn  die  Zunahme  des  Handelsvolumens
einer  Steigerung  der  Bevölkerungsdichte  entspricht,  aber  keine  Änderung
im  Handelsumfang  pro  Kopf  vor  sich  geht.  In  diesem  Falle  kann  durch  die
dichtere  Besiedlung  eine  etwas  größere  Geschwindigkeit  ermöglicht  werden.
Der  dritte  Fall  schließlich  tritt  dann  ein,  wenn  die  Veränderung  des
Handelsvolumens  auf  den  Handelsumfang  pro  Kopf  der  Bevölkerung  oder
auf  die  Handelsverteilung  in  der  Bevölkerung  einwirkt.
Es  sind  also  verschiedene  Wege  denkbar,  auf  denen  die  Umlaufsgeschwindigkeit ­
  beeinflußt  werden  kann.
Erstens:  Eine  Veränderung  im  Handel,  die  eine  Änderung  in  den
l  Methoden  des  Gütertransports  nach  sich  zieht,  bringt  eine  Veränderung  in
den  Methoden  des  Geldtransports  mit  sich.  Ein  rascher  Transport  bedeutet
gewöhnlich  eine  raschere  Zirkulation.
Zweitens:  Eine  veränderte  Verteilung  des  Handels  verändert  den  relativen
  Verbrauch  verschiedener  Personen.  Wenn  ihre  Umschlagssätze  verschieden ­
  sind,  so  verändert  eine  Änderung  ihrer  Ausgaben  deutlich  die
x )  Damit  soll  aber  nicht  im  entferntesten  behauptet  werden,  wie  Laughlin  dies  getan
hat,  daß  „die  Grenze,  die  der  Ausdehnung  gesetzlicher  Kreditoperationen  gesetzt  ist,
immer  im  Verhältnis  zur  Ausdehnung  der  tatsächlichen  Güterbewegung  erweitert  werden
kann“;  siehe  Principles  of  Money,  New  York  (Scribner),  1903,  S.  82.  Im  IV.  Kapitel
haben  wir  gesehen,  daß  die  Depositenumlaufsmittel  im  Verhältnis  zur  Geldquantität
stehen;  eine  Veränderung  im  Handel  kann  das  Verhältnis  indirekt  d.  h.  durch  eine  Veränderung ­
  in  den  Gewohnheiten  des  Gemeinwesens,  beeinflussen,  aber  mit  Ausnahme  der
Übergangsperioden  kann  dieses  Verhältnis  nicht  direkt  beeinflußt  werden.
            
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