Full text: Die Kaufkraft des Geldes

Einwirkung der Geldquantität und anderer Faktoren auf die Kaufkraft usw. 137 
der nominelle. Der tatsächliche Aufwand einer Person ist nur ein anderer 
Name für deren Handelsvolumen. Wir ziehen also den Schluß, daß eine 
Veränderung im Handelsvolumen, wenn sie auf den Handel per Kopf ein 
wirkt, gleichzeitig auch die Umlaufsgeschwindigkeit beeinflußt. 
Wir finden also, daß ungleich einer Zunahme der Umlaufsmittel (G 
und G') oder der Geschwindigkeiten (U und U') eine Zunahme im Handel 
andere Wirkungen haben kann als nur auf die Preise, nämlich Wirkungen 
einer Erhöhung der Größen auf der entgegengesetzten Seite der Gleichung, 
U und ü\ und (wenn auch nur indirekt durch einen Einfluß auf 
die Geschäftsbequemlichkeit und Gewohnheit) auf G' im Verhältnis zu G. 
Wenn diese Wirkungen die finke Seite der Gleichung um ebensoviel er 
höhen als die Zunahme im Handel selbst (in den Q) die rechte Seite 
direkt erhöht, dann wird die Wirkung auf die Preise gleich Null sein. 
Wenn die Wirkung auf der finken Seite die auf der rechten Seite übertrifft, 
dann steigen die Preise. Nur unter der Voraussetzung, daß die Wirkung 
auf der finken Seite geringer ist als die Zunahme im Handel, wird ein 
Fallen der Preise eintreten, dann aber nicht im Verhältnis zur Zunahme 
im Handel. 
In einem früheren Kapitel wurde dargelegt, daß eine Veränderung 
im Handel, vorausgesetzt, daß die TJmlaufsmittel (G und G') und die Ge 
schwindigkeiten U und TJ’ gleichbleiben, eine umgekehrte Veränderung in den 
Preisen hervorruft. Nun finden wir aber, daß Voraussetzung und Obersatz 
nicht recht stimmen; Umlaufsmittel und Geschwindigkeiten können dieselben 
bleiben nur unter der schwerfälligen Annahme, daß die mannigfachen anderen 
Ursachen, welche auf sie einwirken, eine solche Änderung erfahren, daß die 
Zunahme im Handel durch sie genau neutralisiert wird. Wenn diese ver 
schiedenen anderen Ursachen dieselben bleiben, dann werden die Umlaufs- 
mittel und die Geschwindigkeiten nicht dieselben bleiben. 
Es geschieht hier zum erstenmal, daß in unserer Untersuchung, wir 
finden, daß unter normalen Umständen, d. h. abgesehen von zeitweiligen 
oder Übergangswirkungen, nicht dasselbe Kesultat erzielt wird, wenn wir je 
eine der Ursachen variieren lassen, wie wenn wir annehmen, daß je einer der 
algebraischen Faktoren in der Gleichung variiert. Die „Quantitätstheorie“ 
daß die Preise (p) mit dem Gelde (ß) variieren — bewahrheitet sich 
sowohl, wenn wir annehmen, daß andere Ursachen dieselben bleiben, wie 
wenn wir bloß annehmen, daß andere algebraische Faktoren dieselben bleiben; 
und wir haben gefunden, daß alle algebraisch bewiesenen Theoreme, mit Aus 
nahme des auf die Variation des Handels bezüglichen, auch kausal genommen 
richtig bleiben. Da es der Hauptzweck dieses Kapitels ist, die Quantitäts-
	        
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