Die besten Indexnummern der Kaufkraft.
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Fallen zuneigen, so -werden die Stücklöhne eine sinkende Tendenz an
nehmen, und zwar durchschnittlich in fast gleichem Verhältnis. Da die
Fortschritte der Produktionstechnik den Ertrag per Arbeitsstunde d. h. der
Stückarbeit erhöhen, so kann der Preis per Stück sinken.
Die beiden Bemessungsmethoden, welche diese verschiedenen Ergeb
nisse für die Preis-Indizes liefern, ergeben im Handelsvolumen entgegen
gesetzte Abweichungen. Bei fortschreitender Technik erhöht sich der
Umfang der Stückarbeit schneller als der der Zeitarbeit.
Betrachtet man die Indexnummer als Maßziffer für aufgeschobene
Zahlungen, so beruht der Wunsch, für die Stücklöhne analoge Bewegungen
wie für die Warenpreise anzunehmen, größtenteils auf der Schwierigkeit
und der daraus folgenden praktischen Unmöglichkeit, die auf Arbeitszeit
basierten Löhne einzuschließen. Auf der Stücklohnbasis liefern Verände
rungen der Geldpreise anderer Güter einen annähernden Maßstab der Ver
änderungen in den Geldpreisen der Arbeit.
Wer Zeitkontrakte auf der Basis einer solchen Indexnummer abschließt,
weiß, daß er Kaufkraft über dieselben Güterquantitäten, deren Kaufkraft
er leihweise erhalten oder vergeben hat, zurückzahlen oder zurückerhalten
wird. Diese Form einer Indexnummer ist eine objektive Norm der Güter.
Wenn eine Indexnummer von Zeitlöhnen allein (unter Ausschluß jed
weder Güter) zu konstruieren wäre, so würden die Schuldner eine gleich
wertige Kaufkraft über Arbeitsstunden zurückzahlen und die Gläubiger
eine solche empfangen. Wenn sowohl Zeitlöhne wie Güterpreise einge
schlossen werden, so geht das Problem dahin, wieviel Gewicht jedem der
beiden zu geben ist. Kemmerer bewertet die Löhne (aus einem Total von
100 %) zu 3 %. Jedenfalls würde ihr Einfluß nicht besonders fühlbar und,
wenn wir Stücklöhne nehmen, überhaupt nicht wahrnehmbar sein, d. h. es
hat nicht viel zu bedeuten, ob hierbei Löhne inbegriffen sind oder nicht. Da
wir tatsächlich keinerlei Statistik relativer Stücklöhne haben und nur über
Wenig zuverlässige Statistiken für Zeitlöhne verfügen, so ist es im allgemeinen
ebensogut, die Löhne ganz wegzulassen.
Dieses Verfahren hat noch einen anderen Vorteil. Es ist klar, daß in
eine Indexnummer, die als Basis für aufgeschobene Zahlungen für Lohn
arbeiter dienen soll, die Löhne nicht aufgenommen werden sollten. Ein
Lohnempfänger beurteilt seine Kaufkraft nicht nach der Menge der Arbeit,
Oie er kaufen kann x ).
In diesem Zusammenhänge wollen wir die Aufmerksamkeit noch auf
l ) Vgl. Edgeworth, in Palgrave’s Dictionary of Political Economy, „Index Numbers“.
Fisher, Kaufkraft des Geldes. 2.2