Full text: Die Kaufkraft des Geldes

„relativen Umlauf des Geldes“ nennt, mit den tatsächlichen Zahlen für Preis 
niveaus, wie sie in den Statistiken der Indexnummern gegeben sind. 
Meiner Meinung nach ist Kemmerers Berechnung der erste ernstliche 
Versuch, der je gemacht wurde, die sogenannte „Quantitätstheorie“ des 
Geldes statistisch zu prüfen. Die Resultate zeigen eine Übereinstimmung, 
die in Anbetracht des außerordentlich skizzenhaften und fragmentarischen 
Charakters der verwendeten Angaben sehr überraschend ist. 
Die meisten anderen Autoren, die die Quantitätstheorie statistisch zu 
prüfen versuchten, scheinen von dem Wunsche beseelt gewesen zu sein, sie 
keiner unparteiischen Prüfung zu unterziehen, sondern sie zu widerlegen. 
Sie haben sorgfältig vermieden, noch andere Faktoren außer Geld und 
relative Zirkulation, allgemeine Preise. 
Fig. 12. 
Preise in Anschlag zu bringen. Man braucht sich nicht darüber zu ver 
wundern, daß sie nur eine geringe statistische Wechselbeziehung zwischen 
diesen beiden Faktoren finden 1 ). Der Vorzug der Arbeit von Kemmerer 
besteht darin, daß er außer dem Gelde auch anderen Faktoren gebührende 
Aufmerksamkeit schenkt. 
Der Hauptfehler in seiner Untersuchung ist, daß er die Zahl 47 als Um 
laufsgeschwindigkeit des Geldes annimmt. Wie wir sehen werden, ist der 
richtige Wert genauer 18 bis 20. Doch ist das Volumen der Geldzahlungen, 
selbst mit Kemmerers übertriebener Zahl für die Geschwindigkeit, wenn 
sie mit Scheckzahlungen verglichen wird, so gering, daß diese Schwäche 
seine Schlußvergleiche nicht besonders beeinflußt. Auf mein Ersuchen hat 
Prof. Kemmerer seine Kurven auf der Basis von 18 statt 47 als derUmlaufs- 
1 ) Siehe z. B. Miss S. M. Hardy, „The Quantity of Money and Prices, 1860—1891. 
An Inductive Study.“ Journal of Political Economy, Bd. III, S. 145—168.
	        
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