einer statistischen Übereinstimmung zwischen den beiden Faktoren geltend
machen und jedwede Beziehung zwischen Geld und Preisen in Abrede
stellen, damit bloß sagen wollen, daß sich außer dem Gelde auch die anderen
Faktoren G', U, U’ oder H von Zeit zu Zeit verändern und daß infolgedessen
in Wirklichkeit das Preisniveau mit der Quantität des Geldes nicht genau
übereinstimmend variiert, so ist diese ihre Behauptung allerdings zutreffend.
Aber dieser Einwurf ist von ebenso geringer wissenschaftlicher Tragweite
wie die Behauptung, daß der Druck der Atmosphäre nicht in genauem
Verhältnis zu ihrer Dichtigkeit von einem Tag zum anderen variiert.
Wir wissen, daß der Druck eines Gases bei konstanter Temperatur
direkt wie dessen Dichtigkeit wechselt, daß aber tatsächlich die Temperatur
selten konstant ist. Wer versuchen wollte, die wissenschaftliche Gültigkeit
des Boyleschen Gesetzes von solcher Basis aus zu bestreiten, verriete nur
seine Unkenntnis der wirklichen Bedeutung eines wissenschaftlichen
Gesetzes. Und wenn er die Behauptung durch Aufzeichnung täglicher,
den barometrischen Druck und die atmosphärische Dichtigkeit darstellender
Kurven allen Ernstes „statistisch widerlegen“ wollte, würde er sich wissen
schaftlichem Spott aussetzen.
Ein jeder, der wirklich die Meinung vertritt, daß das Preisniveau einzig
und allein von der Quantität des Geldes abhängt, sollte gewiß eines besseren
belehrt werden. Die wahre Bedeutung der Sache besteht aber darin, daß die
ökonomische Forschung die Existenz eines Gesetzes der direkten Pro
portion zwischen der Quantität des Geldes und dem Preisniveau würdigen
sollte, eines Gesetzes, das in der Wirtschaftstheorie des Geldes ebenso wahr,
ebenso wichtig und fundamental ist, wie das Boylesche Gesetz direkter
Proportion zwischen Dichtigkeit und Druck in der physikalischen Theorie
der Gase wahr, wichtig und fundamental ist. Meiner Meinung nach ist die
so häufige Nichterfassung der Existenz dieses Gesetzes zum großen Teil
dem Mangel eines klaren Begriffes der involvierten Größen zuzuschreiben.
G und P scheinen die einzigen Größen zu sein, die von vielen die Sache
Studierenden wirklich verstanden werden. G’, U, U’ und E werden nur
selten erörtert, wenn überhaupt erwähnt. Aber erst, wenn der Gegenstand
durch Zahlen, die die tatsächlichen Depositenumlaufsmittel, die Umlaufs
geschwindigkeit und das Handelsvolumen bewerten, auf eine statistische
Grundlage gestellt ist, wird man zugeben, daß diese Größen eine wahre
Existenz und Bedeutung haben.
Doch sollte die Quantitätstheorie für jedermann mit unparteiischem
Urteil auch ohne eine solche Kontrolle hinreichend sichergestellt erscheinen.
Der beste Beweis für sie muß stets a 'priori sein, d. h. nicht in dem Sinne,