Full text : Die Kaufkraft des Geldes

Anhang  zum  VII.  Kapitel.

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vermindert  die  Zahl  der  Vorbedingungen  für  die  Nachfrage,  doch  läßt  sie
keine  Unbestimmtheit  in  dem  Problem  aufkommen,  da  die  fehlenden  Bedingungen ­
  sofort  durch  ein  festgesetztes  Substitutionsverhältnis  ersetzt  werden.
Wenn  daher  zehn  Pfund  Rohrzucker  demselben  Zwecke  dienen  wie  elf
Pfund  Rübenzucker,  so  ist  deren  festgesetztes  Substitutionsverhältnis  zehn
zu  elf;  oder  wenn  ein  Scheffel  indischer  Weizen  durch  einen  Scheffel  Dakotaweizen ­
  ersetzt  werden  kann,  ist  das  Substitutionsverhältnis  gleich  Eins.
In  diesen  Fällen  ist  das  festgesetzte  Verhältnis  auf  die  relative  Fähigkeit
der  beiden  Waren  gegründet,  ein  allgemeines  Bedürfnis  des  Menschen  zu
befriedigen,  und  geht  ihren  Preisen  unbedingt  voraus.  Zehn  Pfund  Rohrzucker ­
  können  so  lange  elf  Pfund  Rübenzucker  ersetzen,  wie  der  menschliche ­
  Geschmack  kein  anderes  Verhältnis  festsetzt.  Indischer  und  Dakotaweizen ­
  besitzen  denselben  subjektiven  Nutzwert,  weil  sie  zum  menschlichen
Geschmack  in  dem  gleichen  Verhältnis  stehen.  Keine  Veränderung  der
Marktlage,  keine  Preisveränderung  könnte  einen  Konsumenten  veranlassen,
einen  Scheffel  indischen  Weizen  als  gleichwertig  mit  zwei  Scheffeln  Dakotaweizen ­
  zu  betrachten.  Das  Substitutionsverhältnis  wird  durch  die  Natur
bestimmt  und  diese  wiederum  bestimmt  das  Preisverhältnis.
Geld  ist  der  einzige  Fall,  in  dem  es  kein  festgesetztes  Substitutionsverhältnis ­
  gibt.  Zu  einer  Zeit  können  zehn  Unzen  Silber  als  Gegenwert
einer  Unze  Gold  zirkulieren,  zu  einer  anderen  dagegen  zwanzig.  Weder
menschliche  Vorliebe  noch  irgendeine  Notwendigkeit  wird  das  hindern.
Wir  haben  es  hier  weder  mit  relativer  Versüßungskraft,  noch  relativer
Nährkraft,  oder  mit  irgendeiner  anderen  Fähigkeit  zur  Befriedigung  von
Bedürfnissen,  sowie  mit  keiner  den  Metallen  innewohnenden  und  von  ihren
Preisen  unabhängigen  Qualifikation  zu  tun.  Es  handelt  sich  vielmehr  um
die  relative  Kaufkraft  allein.  Wir  rechnen  nicht  mit  dem  Nutzwert  des
Metalles  selbst,  sondern  mit  den  Waren,  die  es  kaufen  kann.  Wir  weisen
dem  Zucker  oder  dem  Weizen  subjektiven  Nutzwert  oder  Nutzbarkeit  zu,
bevor  wir  deren  Preise  kennen,  doch  müssen  wir  uns  zuerst  nach  dem  relativen
Zirkulationswert  des  Goldes  und  des  Silbers  erkundigen,  bevor  wir  wissen
können,  wie  hoch  die  beiden  Metalle  einzuschätzen  sind.  Für  uns  ist  das
Substitutionsverhältnis  mit  dem  Preisverhältnis  identisch  und  es  kann
daher  auf  die  Festsetzung  dieses  Verhältnisses  keinen  Einfluß  ausüben.
Der  Fall,  Geld  in  zweierlei  Form,  ist  einzig  in  seiner  Art.  Beide  Geldformen
sind  Substitute,  haben  aber  kein  natürliches  Substitutionsverhältnis,  und  hängen
von  der  Bevorzugung  seitens  des  Konsumenten  ab.
Auf  vorstehende  Betrachtungen  wird  aus  dem  Grunde  besonderer  Nachdruck ­
  gelegt,  weil  sie  von  Autoren  übersehen  werden,  die  der  Meinung
            
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