79
bleiben sollten. Er kam zu dem Resultat, daß die Werksverwaltung
den Arbeitern noch viel mehr Entgegenkommen zeigen kann. Der Herr
Inspektor erklärte, bie Beschwerde wohlwollend prüfen und die Mängel
beseitigen zu wollen. Er richtete an die Belegschaft die Bitte, ihm
evtl. Mängel und Beschwerden über die unteren Beamten persönlich mit
zuteilen und versprach, den unteren Beamten die Namen der Be
schwerdeführer nicht nennen zu wollen, damit diese von den Beamten
nicht schikaniert werden könnten. Die Versammlung war durch die
gegenseitige Aussprache und die Zusage des Jspektors sichtlich sehr be
friedigt.
Der Verlauf dieser Versammlung zeigt uns, daß, wenn die Werks
verwaltungen mit den Arbeiterausschüssen und den Verbandsvertretern
verhandeln, manche Mißstimmung beseitigt wird. Es ist sehr < wün
schenswert, daß die Werksverwaltungen ständig in solchen Versamm
lungen 'anwesend sind.
Die Antwort, datiert vom 20. Juni, lautete:
„Das Generalkommando sieht die Angelegenheit durch das in
zwischen dort eingegangene Schreiben vom 17. d. Mts. als erledigt an."
Eingabe betreffend Erörterung der Lohnfrage in Bergarbeiter-
versammlungen.
Bochum, den 14. Juli 1915.
An das stellvertretende Generalkommando zu Münster.
Wir nehmen Bezug auf die Antwort des Generalkommandos
vom 17. Juni 1915, in der gesagt ist, daß die Lohnfrage im den
Versammlungen besprochen werden könne, wenn solches ohne
Hetzerei und Wühlerei geschehe.
Anders als wie hier vorgeschrieben, ist nun aber in den Mit
gliederversammlungen unseres Verbandes die Lohnfrage nicht
besprochen ivorden. Unsere Redner haben alles vermieden, was
zu einer Erhitzung der Gemüter führen konnte. Daß sie sich so
verhielten, beweist schon die Tatsache, daß nirgend ein Eingreifen
der überwachenden Beamten erfolgt ist. Auch geht der Betrieb
der Zechen seinen geregelten Gang.
Trotzdem es so ist, hat doch die Polizeibehörde der Gemeinde
Buer jetzt wiederum jede Besprechung der Lohnfrage untersagt.
Von Lohn und Einkommen der Bergleute darf in den Mitglie-
der-Versammlungen unseres Verbandes, welche in jener Ge
meinde stattfinden, überhaupt nicht gesprochen werden.
Am Freitag, den 9. Juli, meldete unser Vertrauensmann
Hoffmeister aus Bertlich bei Buer auf dem dortigen Amte eine