Full text: Die Kaufkraft des Geldes

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II. Kapitel. 
Wenn die Preise ungleichmäßig steigen, muß die Verdoppelung augen 
scheinlich durch einen Ausgleich herbeigeführt werden; wenn einige Preise 
weniger als doppelt steigen, müssen andere zum genauen Ausgleich um ent 
sprechend mehr als das Doppelte steigen. 
Aber gleichviel, ob alle Preise gleichmäßig steigen und jeder sich genau 
verdoppelt, oder ob einige Preise mehr und andere weniger steigen (und 
zwar derart, daß der Gesamtwert des Geldes der gekauften Güter stets ver 
doppelt wird), so verdoppeln sich die Preise jedenfalls im Durchschnitt 1 ). 
Dieser Satz wird gewöhnlich so ausgedrückt, daß man sagt, das „allge 
meine Preisniveau“ sei um das doppelte gestiegen. Aus der bloßen Tat 
sache, daß das für Güter verausgabte Geld den Quantitäten dieser Güter 
multipliziert mit deren Preisen gleichkommen muß, folgt also, daß das 
Preisniveau, den Veränderungen der Quantität des Geldes gemäß, steigen 
oder fallen muß, es sei denn, es träten Veränderungen in der Umlaufsge- 
schwindigkeit oder in den Quantitäten der ausgetauschten Güter ein. 
Wenn Veränderungen in der Geldquantität auf die Preise einwirken, so 
haben Änderungen in den anderen Faktoren — den Güterquantitäten und 
der Umlaufsgeschwindigkeit — auf die Preise denselben Einfluß, und zwar 
in ganz ähnlicher Weise. Eine Verdoppelung in der Umlaufsgeschwindigkeit 
des Geldes verdoppelt also das Preisniveau, vorausgesetzt, daß die im Um 
lauf befindliche Geldquantität und die Quantitäten der gegen Geld ausge 
tauschten Güter vor- und nachher die gleichen bleiben. Die Gleichung wird 
folgendermaßen aussehen: 
$ 5,000,000 x 40 mal im Jahre 
= 200,000,000 Brotlaibe X $ 0,20 per Laib, 
+ 10,000,000 Tonnen x $ 10,00 per Tonne, 
+ 30,000,000 Meter x $ 2,00 per Meter. 
Es kann natürlich die Gleichung auch eine solche Gestalt annehmen, 
daß einige der Preise um mehr als das Doppelte und andere Preise um soviel 
weniger als das Doppelte steigen, als nötig ist, nur um den Gesamtwert der 
Umsätze zu erreichen. 
Ebenso wird die Höhe des Preisniveaus durch eine Verdoppelung in den 
Quantitäten der ausgetauschten Güter nicht verdoppelt, sondern um die 
Hälfte sinken, vorausgesetzt, daß die Geldquantität und ihre Umlaufs- 
geschwindigkeit dieselben bleiben. Unter diesen Umständen gestaltet sich 
die Gleichung wie folgt: 
r ) Das heißt natürlich nicht, daß ihr einfacher arithmetischer Durchschnitt genau 
verdoppelt wird. Bezüglich der Definition „Durchschnitt“ oder „Mittel“ im allgemeinen 
vgl. § 1 des Anhanges zu diesem (II.) Kapitel.
	        
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