Full text : Die Kaufkraft des Geldes

16

II.  Kapitel.

Wenn  die  Preise  ungleichmäßig  steigen,  muß  die  Verdoppelung  augenscheinlich ­
  durch  einen  Ausgleich  herbeigeführt  werden;  wenn  einige  Preise
weniger  als  doppelt  steigen,  müssen  andere  zum  genauen  Ausgleich  um  entsprechend ­
  mehr  als  das  Doppelte  steigen.
Aber  gleichviel,  ob  alle  Preise  gleichmäßig  steigen  und  jeder  sich  genau
verdoppelt,  oder  ob  einige  Preise  mehr  und  andere  weniger  steigen  (und
zwar  derart,  daß  der  Gesamtwert  des  Geldes  der  gekauften  Güter  stets  verdoppelt ­
  wird),  so  verdoppeln  sich  die  Preise  jedenfalls  im  Durchschnitt 1 ).
Dieser  Satz  wird  gewöhnlich  so  ausgedrückt,  daß  man  sagt,  das  „allgemeine ­
  Preisniveau“  sei  um  das  doppelte  gestiegen.  Aus  der  bloßen  Tatsache, ­
  daß  das  für  Güter  verausgabte  Geld  den  Quantitäten  dieser  Güter
multipliziert  mit  deren  Preisen  gleichkommen  muß,  folgt  also,  daß  das
Preisniveau,  den  Veränderungen  der  Quantität  des  Geldes  gemäß,  steigen
oder  fallen  muß,  es  sei  denn,  es  träten  Veränderungen  in  der  Umlaufsgeschwindigkeit
  oder  in  den  Quantitäten  der  ausgetauschten  Güter  ein.
Wenn  Veränderungen  in  der  Geldquantität  auf  die  Preise  einwirken,  so
haben  Änderungen  in  den  anderen  Faktoren  —  den  Güterquantitäten  und
der  Umlaufsgeschwindigkeit  —  auf  die  Preise  denselben  Einfluß,  und  zwar
in  ganz  ähnlicher  Weise.  Eine  Verdoppelung  in  der  Umlaufsgeschwindigkeit
des  Geldes  verdoppelt  also  das  Preisniveau,  vorausgesetzt,  daß  die  im  Umlauf ­
  befindliche  Geldquantität  und  die  Quantitäten  der  gegen  Geld  ausgetauschten ­
  Güter  vor-  und  nachher  die  gleichen  bleiben.  Die  Gleichung  wird
folgendermaßen  aussehen:
$  5,000,000  x  40  mal  im  Jahre
=  200,000,000  Brotlaibe  X  $  0,20  per  Laib,
+  10,000,000  Tonnen  x  $  10,00  per  Tonne,
+  30,000,000  Meter  x  $  2,00  per  Meter.
Es  kann  natürlich  die  Gleichung  auch  eine  solche  Gestalt  annehmen,
daß  einige  der  Preise  um  mehr  als  das  Doppelte  und  andere  Preise  um  soviel
weniger  als  das  Doppelte  steigen,  als  nötig  ist,  nur  um  den  Gesamtwert  der
Umsätze  zu  erreichen.
Ebenso  wird  die  Höhe  des  Preisniveaus  durch  eine  Verdoppelung  in  den
Quantitäten  der  ausgetauschten  Güter  nicht  verdoppelt,  sondern  um  die
Hälfte  sinken,  vorausgesetzt,  daß  die  Geldquantität  und  ihre  Umlaufsgeschwindigkeit
  dieselben  bleiben.  Unter  diesen  Umständen  gestaltet  sich
die  Gleichung  wie  folgt:
r )  Das  heißt  natürlich  nicht,  daß  ihr  einfacher  arithmetischer  Durchschnitt  genau
verdoppelt  wird.  Bezüglich  der  Definition  „Durchschnitt“  oder  „Mittel“  im  allgemeinen
vgl.  §  1  des  Anhanges  zu  diesem  (II.)  Kapitel.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.