Full text : Die Kaufkraft des Geldes

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II.  Kapitel.

leiten,  so  ist  es  hundertmal  wichtiger,  die  Sätze  über  die  Bildung  der  Preisniveaus, ­
  die  weniger  selbstverständlich  sind,  und  die  in  der  Tat  von  den  einen
vertrauensvoll  angenommen,  von  anderen  a  limine  abgewiesen  werden,  mit
Sorgfalt  klarzulegen.
Bezeichnen  wir  den  Gesamtgeldumlauf,  d.  h.  den  Geldbetrag,  der  in
einem  bestimmten  Gemeinwesen  während  eines  bestimmten  Jahres  für
Güter  ausgegeben  wurde,  mit  A  (Aufwand)  und  den  Durchschnittsbetrag
des  in  dem  Gemeinwesen  während  des  Jahres  in  Umlauf  befindlichen  Geldes
mit  G  (Geld).  Dann  wird  G  der  einfache  arithmetische  Durchschnitt  der
Geldbeträge  sein,  die  an  aufeinanderfolgenden,  durch  einander  gleiche
Intervalle  von  unendlich  kurzer  Dauer  voneinander  getrennten  Zeitpunkten
vorhanden  sind.  Wenn  wir  die  Jahresausgaben  A  durch  den  mittleren
Geldumlauf  G  dividieren,  so  erhalten  wir  die  Durchschnittsrate  des  Geld-Umsatzes
  in  seinem  Austausche  für  Güter,  ^,  das  heißt,  die  Umlaufsgeschwindigkeit ­
  des  Geldes 1 ).  Diese  Geschwindigkeit  soll  mit  U  (Umlaufsgeschwindigkeit)
  bezeichnet  werden,  so  daß  —  U;A  können  wir  somit  durch  GU
ausdrücken.  In  Worten:  Der  Gesamtumlauf  des  Geldes  im  Sinne  der  Geldausgabe ­
  ist  gleich  dem  gesamten  in  Umlauf  befindlichen  Gelde  multipliziert
mit  seiner  Umlaufs-  oder  Umschlagsgeschwindigkeit.  A  oder  GU  drücken
also  die  Geldseite  der  Verkehrsgleichung  aus.  Wenden  wir  uns  nun  der
Güterseite  der  Gleichung  zu,  so  haben  wir  es  hier  mit  den  Preisen  und  mit
den  Quantitäten  der  ausgetauschten  Güter  zu  tun.  Der  Durchschnittsverkaufspreis ­
  *  2 )  irgendeines  besonderen  Gutes,  z.  B.  des  von  einem  gegebenen
Gemeinwesen  während  eines  bestimmten  Jahres  gekauften  Brotes  soll  mit
f  (Preis)  und  die  gekaufte  Gesamtquantität  desselben  mit  Q  (Quantität)
bezeichnet  werden.  In  gleicher  Weise  wollen  wir  den  Durchschnittspreis
eines  anderen  Gutes  (sagen  wir  Kohle)  mit  p'  und  dessen  gesamte  ausgetauschte ­
  Quantität  mit  Q'  bezeichnen.  Der  Durchschnittspreis  und  die
Gesamtquantität  eines  dritten  Gutes  (Tuch)  soll  durch  p"  beziehungsweise
durch  Q"  ausgedrückt  werden,  und  so  weiter  für  zahllose  andere  ausgetauschte ­
  Güter.  Die  Verkehrsgleichung  kann  in  klarer  Weise  folgendermaßen ­
  dargestellt  werden 3 ):
*)  Zur  Erörterung  des  Begriffes  der  Umlaufsgeschwindigkeit  vgl.  §§  2,  4  und  5  des
Anhanges  zu  diesem  (II.)  Kapitel.
2 )  Dies  ist  ein,  auf  Grund  der  aus  verschiedenen  Anlässen  gekauften  Quantitäten,
für  einen  gegebenen  Zeitabschnitt  und  für  ein  bestimmtes  Land  gewogener  Durchschnitt.
Vgl.  §  3  des  Anhanges  zu  diesem  (II.)  Kapitel.
3 )  Eine  algebraische  Darstellung  der  Verkehrsgleichung  ist  von  Simon  Newcomb  in
            
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