Full text: Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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Geldwertli auffassen und behandeln müsse. Er dachte sich 
nicht etwa den Nahrungsverbrauch während der Arbeit und 
dann die gewonnene Nahrungsmenge mit ihrem Ueberschuss 
als die beispielsweise zu vergleichenden Grössen, sondern er 
knüpfte seine Ueberlegungen sofort an die Gcldwerthc an, die 
er als Verkaufsergebniss aller landwirthschaftlichoii Erzeugnisse 
bei dem Uebergang aus der ersten Hand voraussetzte. Auf 
diese Weise operirt er in den Colonnen seines Tableau mit 
einigen Milliarden. Die Leichtigkeit, mit welcher er über diesen 
Cardinalpunkt der Werthbestimmung hin weggleitet, ist für seine 
Methode kennzeichnend. Doch wollen wir nicht vergessen, 
dass bis zu seiner Zeit alle Vorstellungen über den Begriff des 
Werthes nicht nur höchst unentwickelt waren, sondern auch 
verworren durcheinanderliefen. Sie waren nichts weiter als 
oberflächliche Reflexionen, wie man sie zu einem grossen Theil 
auch schon im Alterthum aufweisen kann. 
Hätte Quesnay den Weg einer wirklich natürlichen Be 
trachtung eingcschlagen, und hätte er sich nicht blos von der 
Rücksicht auf die edlen Metalle und die Geldmenge, sondern 
auch von derjenigen auf die Geldwerthe frei gemacht, so würde 
er die colossalen Irrthümer, zu denen sein Productivitätsbegriff 
führte, sicherlich vermieden haben. So aber rechnete er mit 
lauter Werthsummen und dachte sich das Nettoproduct eben 
falls von vornherein als einen Geldworth. Er gewann dasselbe 
indem er die Auslagen in Abzug brachte und hauptsächlich an 
denjenigen Werth dachte, der dem Grundeigenthümer als Rente 
zufiele. Andererseits geht nun aber auch das Nettoproduct als 
Naturalgegenstand in die Circulation und wird auf diese Weise 
ein Element, durch welches die als steril bezeichnete Classe, 
d. h. die technisch industrielle und die blos consumirende Be 
völkerung, zu unterhalten und zu ihren Leistungen in den 
Stand zu setzen ist. Hier kann man sofort die Verwirrung 
bemerken, welche dadurch entsteht, dass in dem einen Fall der 
Geldwerth, in dem andern die Sache selbst den Gedankengang 
bestimmt. Quesnay will eine doppelte Ansetzung des volks- 
wirthschaftlichen Ertrags vermeiden, und da er sich denselben 
als den Gesammtwerth aller Bodenerzeugnisse gedacht hat, so 
kann er eine Vermehrung desselben nirgend zulassen. Der 
Gewerbetreibende ertheilt daher nach dieser Ansicht seinen Er 
zeugnissen nur soviel Werth, als er von jenem Nettoproduct
	        
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